Seit Tagen liegt ein umgestürzter Baum mitten auf dem Hauptweg. Spaziergänger sind besorgt. © privat
Dorneywald

Wind und Holzfäule hauen mächtigen Baum um – eine „waldtypische Gefahr“

Eine große Buche hat den vergangenen Sturm nicht überlebt. Seit Tagen liegt der Koloss auf einem der Hauptwege. Mit Gefahren wie diesen müssten Waldbesucher jederzeit rechnen, so die Stadt.

Viele Dortmunder haben im Lockdown den Wald für sich entdeckt. Auch im Dorneywald, den sich die Stadtteile Oespel, Kley und Witten-Stockum teilen, sind deutlich mehr Menschen unterwegs als vor der Coronavirus-Pandemie.

Seit dem Sturm in der vergangenen Woche werden dort allerdings vor allem ältere und gehbehinderte Menschen unvermittelt ausgebremst. Denn auf einem der Hauptwege in Richtung Sportplatz liegt eine umgestürzte Buche. Ein echter Koloss, den man nicht so leicht überwinden kann.

Leser haben diese Redaktion auf das unerwünschte Hindernis aufmerksam gemacht. Gleichzeitig fragen sie sich besorgt: Wenn so ein großer Baum umstürzt, ist es für Spaziergänger dort dann nicht ziemlich gefährlich?

Betreten des Waldes ist nur auf eigene Gefahr gestattet

„Das Betreten des Waldes, und damit auch das Betreten des Dorneywaldes, ist immer mit waldtypischen Gefahren verbunden. Dazu zählen zum Beispiel plötzlich abbrechende Äste oder umstürzende Bäume“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön. Genau aus diesem Grund sei das Betreten des Waldes nur auf eigene Gefahr gestattet, sagt Schön und verweist auf Paragraph 2 des Landesforstgesetzes.

Jeder Waldbesucher sollte sich daher im Wald besonders umsichtig verhalten und sich auf waldtypische Gefahren einstellen, appelliert der Stadtsprecher. Dies gelte besonders bei Sturm, Regen, Schnee, hohen Temperaturen oder anderen Extremwetterlagen.

Der umgestürzte Baum war krank, das zeigen die dunklen Stellen im Holz und die brüchige Holzstruktur. Er litt an einer durch Pilze verursachten Holzfäule. © privat © privat

Natürlich werde der Zustand der Bäume durch Mitarbeiter regelmäßig begutachtet. „Der Dorneywald wird nachhaltig forstlich bewirtschaftet. Dazu gehört auch, dass bei Kontrollen festgestellte Gefahrenquellen, insbesondere im direkten Bereich von Wegen, zeitnah beseitigt werden“, erläutert der Stadtsprecher. Dieser umgestürzte Baum habe aber keine „erkennbaren Defektsymptome“ gezeigt. Dazu zählten Rindenschäden, Pilzfruchtkörper oder Spechtlöcher.

Die Buche sei also von außen in Ordnung gewesen. „Doch der Stammfuß war faul,“ klärt Schön auf. Dies sei an den dunklen Stellen im Holz und an der „brüchigen“ Holzstruktur erkennbar. „Es handelt sich um eine durch Pilze verursachte Holzfäule, die von außen nicht zu erkennen ist.“

Baum wird in den nächsten Tagen entfernt

Der Baum soll in den nächsten Tagen entfernt werden. Der zuständige Förster habe erst durch die Presseanfrage von dem Baumsturz erfahren, so Schön.

Zuletzt weist der Stadtsprecher noch daraufhin, dass einige umgestürzte Bäume und Äste im Inneren der Wälder, abseits der Wege, im Zuge der nachhaltigen Forstwirtschaft als sogenanntes Totholz dem natürlichen Zerfall überlassen werden. „Diese Bäume sind wie ein eigenes Ökosystem, sie dienen als wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die auf derartige Strukturen angewiesen sind.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.