„Ich habe Aids“: Diebin drohte mit Spritze

Prozess am Landgericht Dortmund

„Ich habe Aids! Ich steche zu!“ Mit einer Spritze in der Hand und diesen Worten auf den Lippen wehrte sich eine Ladendiebin im Januar gegen zwei sie verfolgende Baumarkt-Angestellte. Am Mittwoch hat das Landgericht die drogensüchtige 36-Jährige zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

DORTMUND

, 08.11.2017, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Dortmund.

Das Landgericht Dortmund. © Dieter Menne (Archivbild)

Die Angeklagte war damals mit einer Umhängetasche in den Baumarkt in der Nordstadt gelaufen und schnurstracks in Richtung der Abteilung für teure Bosch-Geräte abgebogen. „Ich habe gesehen, wie sie eine Maschine in ihre Tasche steckte und dann wieder gehen wollte“, erinnerte sich ein Angestellter. Zusammen mit einer Kollegin sei er der Diebin dann gefolgt. Allerdings nur bis kurz vor die Eingangstür.

Im Gerangel zog die 36-Jährige dort nämlich plötzlich eine Spritze hervor und drohte damit, zuzustechen. „Man weiß ja nie, wie ernst das gemeint ist“, sagte der Zeuge. Deshalb hätten er und seine Kollegin die Frau gehen lassen. Auch die zweite Angestellte hatte damals überhaupt keine Lust, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. „Ich bin danach sofort auf die Toilette gegangen und hab erst mal geguckt, ob sie mich auch wirklich nicht erwischt hat“, sagte die Frau den Richtern.

Die Angeklagte wurde nur drei Tage nach der Tat von einer Polizeistreife festgenommen. Einen Teil ihrer vierjährigen Haftstrafe soll sie nun in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsklinik verbüßen.

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