Coronavirus: Italienerin aus Derne hält der Krise einen bunten Regenbogen entgegen

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Es ist wichtig, in diesen Zeiten auch positive Gefühle zu vermitteln. Das sagt Tiziana Di Matteo-Struwe aus Derne – und hat einen bunten Regenbogen in ihr Fenster gehängt.

Derne

, 23.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tiziana Di Matteo-Struwe (44) aus Derne ist Italienerin und hat zur Corona-Krise noch einen direkteren Bezug als viele Dortmunder: Ein Teil ihrer Verwandten lebt mitten im Zentrum des Krisengebietes in Norditalien. „Das ist mitten in der dunkelroten Zone, die Leute dort haben jetzt einfach pure Angst“, sagt sie.

Ein positives Zeichen setzen

Trotzdem - oder gerade deswegen - möchte sie nun ein positives Zeichen in der Krise setzen: Zusammen mit ihren Töchtern Chiara (8) und Letizia-Aurora (6) hat sie ein großes Plakat gemalt und in ihr Fenster an ihrer Wohnung an der Straße Auf der Wenge gehängt. Darauf sind ein farbenfroher Regenbogen und groß die Aufschrift „Alles wird gut“ zu sehen und zu lesen. Etwas kleiner, ebenfalls mit bunten Buchstaben steht dort auch: „Bleib zuhause“.

Letizia-Aurora und Chiara Struwe malen ein Regenbogen-Plakat gegen die Krise.

Letizia-Aurora und Chiara Struwe malen ein Regenbogen-Plakat gegen die Krise © Tiziana Di Matteo-Struwe

Es sei einfach wichtig, den Kindern in diesen Zeiten ein positives Gefühl zu vermitteln. Und das gelte nicht nur für die Kinder, sondern für alle Nachbarn in Derne und nach Möglichkeit sogar für alle Dortmunder. Deswegen fordert Tiziana Di Matteo-Struwe Familien, die jetzt zwangsweise zu Hause bleiben müssen, auf, es ihr gleichzutun und ebenfalls ein solches Regenbogenplakat ins Fenster zu hängen. Vielleicht sehen das dann Menschen, die allein leben, von ihren Fenstern aus und freuen sich für fünf Minuten. Die Idee dazu hat sie ebenfalls aus Italien, wo die Menschen sich auf solche Weise Mut machen - oder abends von den Balkonen aus gemeinsam singen.

Viel Lob in den Facebook-Gruppen

In mehreren Facebook-Gruppen hat sie damit großen Erfolg, und sie erhält viel Lob für diese Aktion. „Wir müssen jetzt Solidarität und Verantwortung übernehmen, Nächstenliebe zeigen“, sagt sie. Und: „Wir befinden uns in einem Krieg, aber das Gute ist, dass wir nicht rausgehen müssen, um zu kämpfen, sondern einfach zu Hause bleiben und Netflix gucken können.“ Das sei zwar nicht immer ganz einfach mit zwei kleinen Kindern, die einen starken Bewegungsdrang haben, aber letztlich auch nicht so furchtbar schlimm: „Man muss einen Plan machen und sich beschäftigen“. Sie selbst sei mit den Töchtern mittlerweile seit acht Tagen in der Wohnung.

Letizia-Aurora und Chiara Struwe malen ein Regenbogen-Plakat gegen die Krise

Ihre Regenbogen-Plakate hängen Letizia-Aurora und Chiara Struwe gemeinsam mit ihrer Mutter Tiziana Di Matteo-Struwe ins Fenster. © Tiziana Di Matteo-Struwe

Tiziana Di Matteo-Struwe, die Kidix-Eltern-Kind-Kurse leitet und im Dachdecker-Betrieb ihres Mannes mitarbeitet, sich jetzt aber um ihre Töchter kümmert, ärgert sich über die Menschen, die den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen haben. Noch bis vor wenigen Tagen habe sie viele Eltern und Kinder auf dem Spielplatz gegenüber ihrer Wohnung gesehen. „Wir wollen doch nicht, dass wir hier ähnliche Zustände erleben wie in Italien“, sagt sie.

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