17-Jähriger stirbt an Hirnhautentzündung

Bakterien

DORTMUND Ein 17-jähriger Schüler des Max-Planck-Gymnasiums ist am Samstag (14.11.) an einer Hirnhautentzündung, verursacht durch Meningokokken-Bakterien, gestorben. Nach bisherigen Erkenntnissen des Gesundheirtsamtes handelte es sich um einen Einzelfall.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 16.11.2009, 05:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Annette Düsterhaus, die Chefin des Gesundheitsamtes.

Dr. Annette Düsterhaus, die Chefin des Gesundheitsamtes.

Was Dr. Düsterhaus am Donnerstag nicht ahnen konnte, bekamen am Wochenende Ärztlicher Notdienst, Kinderärztliche Notfallambulanz und Kinderklinik zu spüren. Ein Schulfreund des Verstorbenen stellte auf die BVB-Fanseite im Internet den Aufruf ein, alle, die mit dem an Hirnhautentzündung Erkrankten beim letzten Heimspiel im Stadion waren, sollten einen Arzt aufsuchen. „Im Stadion saßen ja nur 80 000“, bemerkte Dr. Düsterhaus bitter ob dieser Panikmache.

Das Gesundheitsamt informierte am Donnerstag vor Ort Schulleitung und Mitschüler des an Hirnhautentzündung erkrankten 17-Jährigen. Sein Zustand muss sich rasend schnell verschlechtert haben, am Samstag (14.11.) erlag der Gymnasiast der Meningitis. Seine Mitschüler am Max-Planck-Gymnasium seien mit Schreiben für ihren jeweiligen Hausarzt versorgt worden, so Amtschefin Dr. Annette Düsterhaus. Dort erhielten sie vorsorglich Medikamente zur Vorbeugung. „Wer sie vorschriftsmäßig einnimmt, ist nach ärztlichem Wissen abgesichert“, so Dr. Düsterhaus. Die Amtsärztin stellt klar, dass Meningokokken den Rachenraum vieler Menschen besiedelten, zu einer Meningitis käme es aber nur in Einzelfällen, wie im Fall des 17-jährigen Gymnasiasten. Er litt im übrigen unter keinerlei Vorerkrankungen.

Verärgert ist sie über den Vorstoß des Schulfreundes, der am Wochenende auf der BVB-Fanseite im Internet alle zum Arztbesuch aufforderte, die mit dem am Samstag Verstorbenen beim letzten Heimspiel im Stadion gesessen hatten. Es war der Super-Gau: Die zentrale Notrufnummer des Ärztlichen Notdienstes brach zwischenzeitlich zusammen und unzählige Verängstigte liefen in der Kinderklinik auf. Unterdessen kam noch ein weiterer Max-Planck-Gymnasiast der gleichen Jahrgangsstufe mit hohem Fieber ins Krankenhaus. Bei ihm wurde das H1N1-Virus festgestellt, also Schweinegrippe.

Bei der Meningokokken-Meningitis handelt es sich um eine ansteckende Gehirnhautentzündung des Menschen, die durch Meningokokken-Bakterien (es gibt zwölf verschiedene) verursacht wird. Eine Häufung besteht im Winter und im Frühjahr. Bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung kommen diese Bakterien im Nasen-Rachen-Raum vor, ohne dass diese Menschen irgendwelche Krankheitszeichen haben. Nur enge Kontaktpersonen zu einer erkrankten Person haben ein erhöhtes Risiko, an einer Meningokokken-Infektion zu erkranken.

  • Weitere Fragen klärt das Gesundheitsamt: Tel. 0231/50-3575 oder -23536 oder -23513.
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