1Live-Redaktion wollte Namen heraus halten

"Verpetz Deine Kollegen"

Goeke-Geschäftsführer Andreas Heiermann kritisiert die 1Live-Aktion "Verpetz deine Kollegen". Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwartet keine Aufrufe zum Denunzieren.

von Von Bettina Kiwitt

, 16.10.2011, 16:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ob Facebook oder andere Internetseiten: Wer auf diesen Seiten Einträge hinterlässt, muss darauf achten, dass die Inhalte niemandem schaden - denn auch Personlachefs lesen mit.

Ob Facebook oder andere Internetseiten: Wer auf diesen Seiten Einträge hinterlässt, muss darauf achten, dass die Inhalte niemandem schaden - denn auch Personlachefs lesen mit.

„In der Sendung wurden harmlose Fälle, die von Hörerinnen und Hörern eingesandt wurden, vorgelesen. Dabei hat die Redaktion streng darauf geachtet, keine Firmennamen oder Tätigkeitsbeschreibungen zu nennen, damit nicht erkennbar wird, wo die jeweiligen Personen arbeiten“, so Annette Metzinger, Leitung Programmkommunikation beim WDR.

Dass einer der Hörer zeitgleich auf seiner Facebook-Seite darüber informierte, dass er sich bei 1Live gemeldet und seine Kollegin, die er „verpetzt“ habe, darin zusätzlich verlinkte, zeige, dass auch der Hörer sein „Anschwärzen“ ironisch meinte und seiner Kollegin keinesfalls ernsthaft schaden wollte.

Die Redaktion habe die Aktion jedoch kritisch nachbesprochen. „In Zukunft wird sie noch genauer vor Höreraktionen darüber diskutieren, welche Folgen sie haben können“, so Metzinger. Jeder sollte sich sehr genau überlegen, was er in den sozialen Netzwerken preisgibt, meint Andreas Heiermann.

Personalverantwortliche recherchierten dort heutzutage regelmäßig die Namen der Bewerber. Wenn im Fall von Corinna vermittelt werde, sie surfe an ihrem Arbeitsplatz ständig im Internet, „hat sie keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt, auch wenn an dem Vorwurf gar nichts dran ist“.

Bei Goeke ist generell das private Surfen während der Arbeitszeit untersagt. Das müssen die Mitarbeiter unterschreiben. Mit der nächsten Gehaltsabrechnung müssen sie außerdem einer Vereinbarung zustimmen, dass sie bei Facebook nicht mehr Goeke als Arbeitgeber nennen.

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