2000 AWO-Mitarbeiter zogen eine Stunde über den Wall

Warnstreik

In vielen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in NRW wird heute wieder gestreikt. Allein in Dortmund mussten wegen des Warnstreiks in vier Kindertageseinrichtungen Notgruppen eingerichtet werden. Die Hauptkundgebung der Gewerkschaft Verdi fand in der City statt. Zuvor zogen die rund 2000 Teilnehmer eine Stunde über den Wall. Es kam zu Staus.

DORTMUND

, 09.12.2014, 19:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

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Die Demo zieht nun über die Wall-Kreuzung Märkische Straße / Kleppingstraße. Es geht weiter über den Wall bis zum Westentor, wo die Demo dann in die Kampstraße abbiegen wird.

Die Demo läuft jetzt an der AWO-Zentrale in der Klosterstraße vorbei. Gleich geht es wieder auf den Wall.    

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Rund 2000 Streikende haben sich an der Steinstraße versammelt und haben ihren Demo-Marsch in Richtung City gestartet. Der verzögerte sich, weil immer noch Demo-Teilnehmer anreisen. Gerade sind sie auf den Wall eingebogen. Dort kommt es nun zu Verkehrsbehinderungen. Wir haben einem Erzieher aus Dortmund über die Gründe für den Streik gesprochen. Harry Shaw ist 29 Jahre alt und arbeitet in der DSW/DEW-Kita:

Laut dem Dortmunder AWO-Sprecher Jörg Richard mussten wegen des Streiks in vier Kitas Notgruppen eingerichtet werden:

  • Holzen
  • Hombruch
  • Hörde
  • DSW/DEW

In den restlichen sieben von der AWO in Dortmund betriebenen Kitas läuft der Betrieb normal, ebenso in den sechs Altersheimen in der Stadt. Richard glaubt derweil nicht, dass um 11 Uhr die von Verdi angekündigten 3000 Streikenden in Dortmund zusammenkommen werden. Er sieht die Streikbereitschaft unter den Erzieherinnen schwinden. Nach Angaben von Richard laufen im gesamten Bezirksverband Westliches Westfalen etwa 20 bis 25 Prozent aller rund 300 AWO-Kitas heute nur im Notbetrieb. Schwerpunkte seien Bochum und Herne, wo über 50 Prozent aller Kitas betroffen sind. Bei den Seniorenheimen sieht die Lage entspannter aus: Von 61 Einrichtungen sind lediglich sechs vom Streik betroffen.   Richard zeigte sich gegenüber unserer Redaktion zuversichtlich, dass sich AWO und Verdi nach dem sechsten Streiktag im Tarifstreit einigen: "Wir sind nicht mehr weit auseinander." Verdi fordere eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent, Die Awo bietet derzeit 5,7 Prozent.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen für Mittwoch (10. Dezember) noch einmal zu Streiks aufgerufen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass in Kindertagesstätten, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sowie Offenen Ganztagsschulen mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden muss. Eltern seien informiert, Notdienste in Heimen würden eingerichtet. Zu der zentralen Kundgebung in Dortmund erwartet Verdi über 3000 Streikende. Um 11 Uhr startet der Demonstrationszug an der Steinstraße hinter dem Hauptbahnhof. Dann bewegt sich der Zug über den Wall mit einem Schlenker zum AWO-Unterbezirk bis zur Kampstraße. Dort findet gegen 12 Uhr die Kundgebung statt, Hauptredner ist Verhandlungsführer Wolfgang Cremer. Bis zum Mittag muss deshalb in der Stadt mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.

Die Demonstrationsteilnehmer wollen Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für die 36.000 Beschäftigten der AWO machen. In fünf Verhandlungsrunden konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Verdi verlangt einen Abschluss auf dem Niveau des Öffentlichen Dienstes. Die Gewerkschaft hofft auf einen Durchbruch bei der sechsten Tarifrunde am Donnerstag (11. Dezember) in Dortmund.  Bei den Forderungen geht es vor allem um die Bezahlung von Erzieherinnen. Diese verdienen bei der AWO im Durchschnitt deutlich weniger als Erzieherinnen im öffentlichen Dienst oder bei der Caritas. So würden Mitarbeiter der AWO "zu zweitklassigen Fachkräften degradiert", heißt es von Verdi.

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