350 Millionen Euro werden an der TU verbaut

Klagen über Mängel

Rund 350 Millionen Euro werden an der Uni Dortmund bis 2020 investiert. Etliche der Gebäude aus den 70er-Jahren sind marode oder stark sanierungsbedürftig. Schon jetzt häufen sich Klagen über Baumängel und Verzögerungen.

BAROP

, 15.08.2016, 03:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurzeit gibt es fünf mehr oder weniger große Baukomplexe. Vier betreffen Gebäude oder Anlagen des Landes NRW, für die die TU Dortmund Miete zahlt. Ein Gebäude, die Mensa, wird vom Studierendenwerk betrieben und bis Oktober saniert.

1. Der alte Chemie/Physik-Bau

Der alte Chemie/Physik-Bau ist marode. Bevor er kernsaniert werden kann, müssen als Ersatz zwei Neubauten her. Ein Ersatzbau ist bereits fertig. Er wurde 2010 genehmigt und sollte 2012 fertig sein. Tatsächlich eröffnet wurde er jedoch erst mit dreijähriger Verspätung - im Jahr 2015.

"Und bei den Planungen für den zweiten Ersatzbau gibt es auch schon Verzögerungen", stellt Eva Prost, Sprecherin der TU Dortmund, fest. Mit den zwei Ersatzbauten und dem dann komplett sanierten Altbau soll, so der bisherige Plan, bis 2028 ein hochmoderner und großzügiger Komplex für die Fakultäten Chemie und Physik zur Verfügung stehen.

2. Informatik und Maschinenbau

Zwei Ersatzbauten für die Gebäude Informatik und Maschinenbau wurden 2014 eröffnet. Die Altbauten waren wegen einer PCB-Belastung nicht mehr nutzbar - einer der Neubauten ist es bis heute nicht wirklich.

"Seit nunmehr über zwei Jahren kann das Rechenzentrum im Neubau für die Informatik nicht in Betrieb genommen werden, da die technischen Anforderungen an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung nicht erfüllt sind. Erst nach wiederholtem Einschreiten durch das Finanzministerium und das Wissenschaftsministerium NRW hat der BLB im vergangenen Monat zugesagt, die Mängel zu beheben“, berichtet Eva Prost.

3. Die Außensportanlagen

Die Außensportanlagen, die über 30 Jahre alt sind, müssen dringend saniert werden. Es gibt auch ein mit dem Land NRW erarbeitetes Sanierungskonzept. Dies allerdings werde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, den das Land mit den Bauabwicklungen an der TU Dortmund beauftragt hat, "seit über zwei Jahren nicht umgesetzt", wie Eva Prost berichtet.

Da aktuell einige Sportplätze nur eingeschränkt nutzbar seien, sagt sie weiter, habe die Uni "bereits vorübergehend die Mietzahlungen gemindert."

4. Die Universitätsbibliothek

Die zentrale Universitätsbibliothek wird in den nächsten Jahren für 80 Millionen Euro umgebaut. Noch gibt es hier keine Probleme. Die Vorbereitungen für den Baubeginn laufen auf Hochtouren. Wann der Startschuss fällt, ist noch nicht bekannt. Es wird mit einer sechsjährigen Bauzeit gerechnet.

 

Die komplette Stellungnahme des BLB:

Auf die von der TU Dortmund geäußerte Kritik antwortete man seitens des Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW auf unsere Anfrage mit einer allgemein gehaltenen Stellungnahme.

Darin heißt es: "Der Sanierungsbedarf an der TU Dortmund ist unbestritten hoch. Wie aus Ihrer Anfrage hervorgeht, arbeitet der BLB NRW bereits seit Jahren daran, diesen Sanierungsstau Schritt für Schritt zu beheben. Dazu zählen beispielweise die Maßnahmen aus dem angesprochenen Hochschulmodernisierungsprogramm, aber auch die Umsetzung des im vergangenen Jahr angekündigten Hochschulbau-Konsolidierungsprogramms.

Bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen in einem so hohen Umfang wie an der TU Dortmund, die noch dazu oftmals mit den technischen Spezialanforderungen von Forschungsgebäuden einhergehen, kommt es natürlich unweigerlich zu Verzögerungen und Schwierigkeiten verschiedener Art, auf die der BLB NRW in den meisten Fällen keinen Einfluss hat: Von Witterungsbedingungen über mangelhafte Arbeiten beauftragter Firmen bis hin zu möglichen Vergabebeschwerden oder auch Firmeninsolvenzen lässt sich hier eine lange Reihe an solchen Gegebenheiten aufzählen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit großem Engagement daran, solche Störfaktoren wann immer möglich zu vermeiden und auftretende Problemstellungen im Rahmen unserer Möglichkeiten zügig und lösungsorientiert abzuarbeiten. Selbstverständlich suchen wir dabei stets eine enge Abstimmung mit der TU Dortmund, unserem Kunden und Gebäudenutzer."

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