39-Jähriger muss sich wegen Missbrauchs verantworten

Nacktaufnahmen von Schüler

Schwere Vorwürfe gegen einen 39-jährigen Mann aus Dortmund: Anfang 2013 soll er einen damals 16 Jahre alten Schüler zu Nacktaufnahmen gezwungen und anschließend damit gedroht haben, die Videos im Internet zu veröffentlichen. Seit Dienstag muss sich der Angeklagte vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

DORTMUND

12.04.2016, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eines ist schon jetzt klar: Den Richtern steht eine schwierige Verhandlung bevor. Nicht nur, dass der 39-Jährige sämtliche Vorwürfe bestreitet und den Zeugen als Lügner bezeichnet, der damit rechnen müsse, selbst wegen Falschaussage vor Gericht zu landen. Der Dortmunder präsentierte sich auch als äußerst aggressive und patzige Person, die vor keinem Scharmützel mit den übrigen Prozess-Beteiligten zurückschreckt.

Als seine Verteidigerin einen Antrag verlesen und Abschriften des Dokuments vorab an die Richter und die Staatsanwältin verteilen wollte, schaute der 39-Jährige die Anklagevertreterin nur kurz an und bedeutete ihr, sie könne sich ihre Papiere gerne bei ihm am Angeklagtentisch abholen. Sein Kommentar: „Ein bisschen Bewegung tut ihnen auch mal ganz gut.“

Ins Wort gefallen

Als der Vorsitzende Richter daraufhin dazwischen ging, fiel ihm der Dortmunder prompt ins Wort und sagte mit schneidender Stimme: „Ich kann auch anders.“ Die Anzahl der Wachtmeister wurde daraufhin von zwei auf drei aufgestockt. Ein weiterer Uniformierter hielt sich vor der Tür offensichtlich in Bereitschaft.

Während der 39-Jährige im Prozess zunächst selbst keine Angaben mehr zur Sache machen möchte, wird ein 19 Jahre alter Mitangeklagter bereits am nächsten Verhandlungstag aussagen.

In eine Falle gelockt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann aus Holzwickede vor, das mutmaßliche Opfer des sexuellen Missbrauchs in die Falle gelockt zu haben. Laut Anklage bat er seinen damals 16 Jahre alten Mitschüler, ihm zu helfen.

Als dieser dann in der vereinbarten Wohnung an der Lagerhausstraße auftauchte, erwartete ihn dort aber offenbar nur der Hauptangeklagte, der sofort die Tür abgeschlossen haben soll. Trotz der Drohungen soll der 16-Jährige schließlich doch zur Polizei gegangen sein. 

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