40 Strafverfahren - erste Urteile gegen Randalierer

Derby-Krawalle auf Schalke

Erst wurden Sturmmasken verteilt, dann brannten Bengalos: Nach den schweren Krawallen beim Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund vom 26. Oktober 2013 sind die ersten BVB-Anhänger verurteilt worden.

DORTMUND/GELSENKIRCHEN

18.06.2014, 16:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vermummte Dortmunds Fans vor dem Anpfiff des Spiels auf Schalke.

Vermummte Dortmunds Fans vor dem Anpfiff des Spiels auf Schalke.

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Rund 500 Anhänger von Borussia Dortmund – meist aus Ultra-Gruppierungen - hatten sich damals schon vor dem Spiel in Essen getroffen und von dort auf den Weg nach Schalke gemacht. Im Stadion zogen sich viele Sturmmasken über, um nicht erkannt zu werden. Randaliert haben aber längst nicht alle. „Das war ein gruppendynamischer Prozess“, sagt der Dortmunder Verteidiger Jens Gunnar Cordes. „Viele haben sich nur mitreißen lassen.“

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Besonders schockierend: Selbst ein angehender Lehrer, der bereits unterrichtet, war unter den Tätern. Er hatte damals sogar eine bengalische Fackel angezündet, was seinen Berufswunsch nun gefährden könnte.

Ein ebenfalls angeklagter Student der Sonderpädagogik hatte dagegen klaren Kopf bewiesen. Auf den Bildern der Überwachungskameras ist klar zu sehen, dass der Dortmunder nur deshalb sein Gesicht verdeckt, um sich vor dem Qualm der Leuchtfeuer zu schützen. Die Folge: ein klarer Freispruch. Dass die vermummten BVB-Anhänger überhaupt angeklagt werden konnten, ist der Polizeitaktik zu verdanken. Die Beamten hatten alle 500 Fans, die sich vorher in Essen getroffen hatten, einzeln fotografiert - mit Personalausweis in der Hand. So konnte später die getragene Kleidung verglichen werden. 

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