50 Jahre Gesamtschule Scharnhorst: Diese Ziele hat der neue Schulleiter

mlzGesamtschule Scharnhorst

Zum 50-jährigen Bestehen schaut die Gesamtschule Scharnhorst auf eine bewegte Geschichte zurück und wagt einen Blick nach vorn. Dafür hat Schulleiter Nadim Al-Madani konkrete Ziele.

Scharnhorst

, 13.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie mehr oder weniger der gesamte Stadtteil Scharnhorst-Ost wird auch die Gesamtschule am Mackenrothweg 15 in diesen Tagen 50 Jahre alt. Das feiert die Einrichtung vom 16. bis 21. September gleich mit einer ganzen Festwoche: Von Montag bis Mittwoch arbeiten die Schüler in Projekten zu Themen, die mit Respekt, Toleranz und Miteinander zu tun haben.

Das passe zu dem Status als „anerkannte Unesco-Schule“, den die Gesamtschule neuerdings hat, sagt Schulleiter Nadim Al-Madani, der erst seit Ende des vergangenen Schuljahres im Amt ist.

Donnerstag (19.9.) ab 11 Uhr folgt ein Festakt für geladene Gäste, in dem zwei Talkrunden im Mittelpunkt stehen. Eine befasst sich mit der Vergangenheit der Schule, die andere mit der Zukunft. Freitag (20.9.) folgt ein großes Schulfest, und Samstagabend (21.9.) feiern die Ehemaligen.

Fast von Anfang an dabei

Einer, der (fast) von Anfang an dabei war, ist Heinrich Jost (71). Er erhielt seine erste Lehrerstelle 1975 in der Gesamtschule Scharnhorst und blieb bis zu seiner Pensionierung 2012, die letzten 18 Jahre als Schulleiter. „Wir unterrichteten damals teilweise noch auf einer Baustelle“, erinnert er sich. „Es gab Ausweich-Container an der heutigen Buschei-Grundschule.“
Die Scharnhorster seien damals auf dem Weg vom eks zum Markt als Abkürzung mitten durch die Schule spaziert.

Und weil diese Institution damals die einzige Gesamtschule Dortmunds war, waren nicht nur die Lehrer mit Feuereifer bei der Sache, auch habe es Schüler-Anmeldungen aus der gesamten Stadt gegeben, so Jost.

50 Jahre Gesamtschule Scharnhorst: Diese Ziele hat der neue Schulleiter

So sieht die Gesamtschule Scharnhorst am Mackenrothweg 14 von außen aus. © Andreas Schröter

Und weiter: „Eines unserer Hauptziele war damals, dass soziale Herkunft und Bildungsabschluss keine Rolle mehr spielen sollten.“ Jost gibt zu, dass dieses Ziel nicht erreicht werden konnte. Schwieriger sei es geworden, als andere Gesamtschulen hinzukamen und die Bildungs-Einrichtung in Scharnhorst vor allem die Schüler aus dem unmittelbaren – sozial schwachen – Umfeld der Schule erhielt.

Schule wieder attraktiver machen

Und hier setzt eine der Aufgaben an, die sich Nadim Al-Madani für die nächsten Jahre vorgenommen hat: Er möchte die Schule wieder attraktiver machen für Schüler mit Realschul- oder Gymnasial-Empfehlung – auch aus dem ländlich geprägten Umfeld Scharnhorsts von Kirchderne bis Lanstrop.

Das neue Zertifikat als anerkannte Unesco-Schule sei ein erster Baustein dahin. Hervorstechende Merkmale einer Gesamtschule seien aber auch, dass stärkere Schüler Schwächeren helfen, wodurch etwas gelehrt werde, was heute oft zu kurz komme: das soziale Miteinander.

Er spüre viel Rückenwind von der Bezirksregierung Arnsberg, sagt Al-Madani, und er könne mittlerweile – knapp drei Monate nach seiner Amtseinführung – nachts sogar wieder schlafen.

Lesen Sie jetzt