51-Jähriger möchte ganz Husen-Kurl unabhängig von externen Energieanbietern machen

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Könnte ganz Husen-Kurl unabhängig von externen Energieanbietern werden? Hans-Jörg Faber ist davon überzeugt. Wir haben mehrere Energieexperten dazu befragt.

Husen, Kurl

, 03.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Husener Hans-Jörg Faber (51) hat eine revolutionäre Idee: Um das Klima zu schützen, möchte er ganz Husen-Kurl unabhängig von externen Energieanbietern machen.

Das sei mit einem großen elektrothermischen Energiespeicher möglich, wie ihn zum Beispiel Siemens Gamesa anbiete. Eine Pilotanlage ist im vorigen Jahr in Hamburg in Betrieb gegangen. Und Faber weiß sogar schon, wo ein solcher Speicher stehen könnte: auf dem wegen Altlasten im Boden ungenutzten ehemaligen Parkplatz von Deilmann-Haniel an der Husener Straße.

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Gespeist werden könne ein solcher Speicher, der seine Wärme bis zu sieben Tage halten könne, von Photovoltaikanlagen, die auf den Husener Dächern installiert werden müssten. Husen-Kurl wäre damit das erste energietechnisch autarke Dorf, das komplett auf erneuerbare Energien setze. „Wir müssen versuchen, unsere Umwelt zu retten. Und das wäre ein Schritt dahin“, sagt Hans-Jörg Faber–.

Tausende Hauseigentümer unter einen Hut bringen

„Theoretisch geht das“, sagt Joachim Müller, unabhängiger Energieexperte der Stadt Dortmund, „praktisch ist das ein superkomplexes Thema“. Ähnlich sieht‘s der Bochumer Energieberater Sascha Siegmund. Die Hauptschwierigkeit liege womöglich darin, tausende von Hauseigentümern unter einen Hut zu bekommen. Wer einmal mit viel kleineren Hausgemeinschaften von vielleicht fünf Parteien zu tun gehabt habe, wisse, wie schwierig schon das sein könne.

So modern sieht Hans-Jörg Fabers Solaranlage im Keller seines Hauses aus.

So modern sieht Hans-Jörg Fabers Solaranlage im Keller seines Hauses aus. © Andreas Schröter

Und Dr. Ing. Ruben Schauer, Projektmanager Erneuerbare Energien und Energieversorgung beim Umweltamt der Stadt, meint, es müssten für ein solches Vorhaben eine Vielzahl von Leitungen gelegt und eine so große Infrastruktur geschaffen werden, dass sich ein solches Unterfangen wirtschaftlich kaum lohne. In dieselbe Richtung geht eine Stellungnahme von DEW21: Ein vollständig autarkes System, das ausfallsicher sein soll, koste eine „sehr hohe, nicht lohnende Summe“.

Hohe Hürden für private Photovoltaikanlagen-Bauer

Hans-Jörg Faber beklagt sich auch darüber, wie schwer es ihm gemacht worden sei, eine private Photovoltaikanlage von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert zu bekommen. Schließlich habe er die Anlage dann ohne Probleme über die Sparkasse realisiert. Ruben Schauer bestätigt die hohen Hürden, die es für private Phovoltaikanlagen-Bauer zu überwinden gelte. Unter anderem müsse man (steuerrechtlich) Kleinunternehmer werden, weil man ja den überschüssigen Strom verkaufe. Hier gelte es, für die Zukunft Vereinfachungen zu schaffen.

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Ruben Schauer weist schon jetzt auf eine Informationsveranstaltung zur privaten Anschaffung von Photovoltaikanlagen hin, die am 15. Mai ab 17 Uhr in der Bezirksverwaltungstelle Hombruch an der Harkortstraße 58 stattfindet.

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