Angelika Heiliger (65), Pflegekraft im Erna-David-Seniorenzentrum, hat sich als erste Dortmunderin gegen Corona impfen lassen. © Repro: Schaper
Impfstart

65-Jährige erhielt als erste Dortmunderin die Corona-Impfung

Impfstart in Dortmund: In einem Seniorenheim wurde am Sonntag erstmals gegen das Coronavirus geimpft. Das erste Impfteam war deutlich größer, als es die künftigen sein werden.

Angelika Heiliger (65), Pflegekraft im Erna-David-Seniorenzentrum, war die erste Dortmunderin, die am Sonntagnachmittag (27.12.) gegen das Coronavirus geimpft wurde. „Sie hat es cool weggesteckt“, berichtet Dr. Reinhard Büker, Leiter des noch geschlossenen Impfzentrums auf Phoenix-West.

Büker war Teil eines fünf-köpfigen Impfteams aus Ärzten und einem Apotheker, das sich im Seniorenheim an der Mergelteichstraße einfand. „Wir sind froh, dass es losgeht“, sagte Seniorenheim-Leiter Werner Breitbach. Das Awo-Haus war das erste und zunächst einzige, das vom Impfteam besucht wurde, damit Personal und Bewohner die Impfung gegen das Coronavirus erhalten konnten.

Impf-Auftakt in Dortmund: Dr. Reinhard Büker, Dr. Jan Fuisting, Werner Breitbach, Dr. Michael Hausmann, Dr. Matthias Flume und Dr. Prosper Rodewyk (v.l.).
Impf-Auftakt in Dortmund: Dr. Reinhard Büker, Dr. Jan Fuisting, Werner Breitbach, Dr. Michael Hausmann, Dr. Matthias Flume und Dr. Prosper Rodewyk (v.l.). © Schaper © Schaper

Dass nicht alle 229 Bewohner plus Personal bis zum frühen Abend geimpft werden könnten, zeichnete sich bereits am Nachmittag ab: „Es wäre schön, wenn wir rund 100 schaffen“, sagte Dr. Büker. Er gehe davon aus, dass die Aktion am Montag (28.12.) fortgeführt werde.

Zudem lagen am Sonntagmittag noch nicht alle Einverständniserklärungen vor. Ob alle Bewohner das Angebot annehmen, blieb vorläufig offen. Die 180 angekündigten Impfdosen jedenfalls waren pünktlich da.

Impfstoff wurde bereits Samstag geliefert

Das Speditionsunternehmen Kühne+Nagel hatte den Impfstoff und Material wie Spritzen und Ampullen am Samstagabend (26.12.) geliefert. Und zwar so, dass der Impfstoff im Heim nicht bei den sonst notwendigen 70 Grad minus, sondern nur noch bei drei Grad minus gelagert werden konnte.

Bevor es mit den Impfungen losging, musste der Impfstoff vom Team weiter aufbereitet werden. „Dazu hat der Hersteller Biontech/Pfizer ein Anschauungsvideo geliefert“, sagte Dr. Prosper Rodewyk, Bezirksstellenleiter für die niedergelassenen Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL). „Im Grunde sind uns die Mechanismen ja vertraut“, so der Mediziner.

Impfteam dreht eigenes Erklärvideo

Dennoch produzierte das Impfteam im Erna-David-Haus nochmals ein eigenes Video von der Aufbereitung – es soll bei Bedarf weiteren Impftrupps zur Verfügung gestellt werden.

„Wir hatten bislang keine einzige Corona-Infektion“, sagte Seniorenheim-Leiter Breitbach. „Aber dafür fahren wir seit Monaten auch am Limit.“ Er hoffe, dass sich die Situation durch die Impfungen in den kommenden Monaten entspanne.

Diese Fläschchen enthalten den Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen das Coronavirus.
Diese Fläschchen enthalten den Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen das Coronavirus. © Schaper © Schaper

Alle weiteren Impfteams, die künftig die Seniorenheime aufsuchen, bestehen aus einem Duo – aus einem Arzt oder einer Ärztin und einer Medizinischen Fachangestellten (MfA). Das Impfteam im Erna-David-Zentrum sei „das Pilotteam und deshalb verstärkt worden“, sagte Dr. Rodewyk. Der Zutritt ins Haus war Dritten strikt verboten. Montagnachmittag (28.12.) werden 2200 Impfdosen für Dortmund erwartet. Bis 31. Dezember sollen 4200 Heimbewohner geimpft werden.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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