8 Tipps für den perfekten Kaffee

Rösterei an der Saarlandstraße

Bei Benedikt Heitmann schmeckt der Kaffee anders. Anders als gewohnt. Vielleicht auch anders als erwartet. Für den 32-Jährigen ist Kaffee kein Mittel zum Wachwerden. Für ihn ist es eine Zeremonie. Seit März betreibt er die Kaffeerösterei "Neues Schwarz". Wir haben sein Kaffeelabor besucht und geben acht Tipps für die Zubereitung.

DORTMUND

, 27.08.2015, 01:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
8 Tipps für den perfekten Kaffee

Bei Benedikt Heitmann wird der Kaffee wie Wein serviert: Auf einem Tablett mit Karaffe und Glas bekommen die Kunden ihren Filterkaffee.

Jeden Montag ist Rösttag im "Neuen Schwarz". Dann wird in der großen, schwarzen Maschine, hinten im großen Raum an der Saarlandstraße 33, aus Grün Braun. Aus Rohkaffee Röstkaffee. 12 bis 15 Minuten bei bis zu 220 Grad bleiben die Bohnen im Trommelröster, der sie gleichmäßig und indirekt erhitzt. 

Helle Röstung nennt man das Verfahren, nach dem Benedikt Heitmann seinen Kaffee röstet. Die Kaffeebohnen werden dabei nicht so lange geröstet, „so entstehen noch keine Bitterstoffe und die ursprüngliche Aromenvielfalt bleibt erhalten“, sagt Heitmann. Dafür brauche man einen gewissen Mut zur Säure.

Von Nürnberg ins Ruhrgebiet

Sein Wissen hat sich der 32-Jährige in einer kleinen Kaffeerösterei in Nürnberg angeeignet. Nach dem Studium der Raumplanung an der TU Dortmund zog Heitmann nach Nürnberg. In seiner Nachbarschaft entdeckte er die Rösterei. Erst kam er, der sonst immer nur Tee getrunken hat, als Kunde, später dann als Mitarbeiter.

Und in der Zeit entstand der Wunsch, den Kaffee selbst zu rösten, in einem eigenen Geschäft. In seiner Heimat, dem Ruhrgebiet. Gemeinsam mit Bruder Johannes beschloss Benedikt Heitmann, sich selbstständig zu machen. In Dortmund stießen die Geschwister auf den Start-2-Grow-Wettbewerb. Sie reichten einen Businessplan ein. Einen, der überzeugte. Mit dem dritten Platz beim Wettbewerb gab es einen finanziellen Zuschuss für die Gründung. 

Zuschauen erwünscht

In der Saarlandstraße, neben dem Südbad, war ein Ladenlokal frei. Freunde halfen beim Einrichten und Aufbauen. Seit März können die Dortmunder "Neues Schwarz" erleben. Kaffeetrinken soll hier ein Erlebnis sein. Es ist kein klassisches Café. Vielmehr ein Labor.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Kaffeerösterei Neues Schwarz

Die Kaffeerösterei Neues Schwarz in der Saarlandstraße ist ein kleines Labor. Hier wird das Zubereiten des Kaffees zur Zeremonie - bei der jeder zuschauen kann. Ein paar Eindrücke von dem Laden.
25.08.2015
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Das Café "Neues Schwarz" ist ein großer, offener Raum, in dem der Kaffee zubereitet wird. Hinten steht die Röstmaschine, vorne der Café-Bereich.© Foto: Nils Foltynowicz
Inhaber ist Benedikt Heitmann. In Nürnberg hat er bei einer Kaffeerösterei gearbeitet, jetzt hat er sich in Dortmund selbstständig gemacht.© Foto: Nils Foltynowicz
Den Kaffee röstet Heitmann in dieser Maschine selbst.© Foto: Nils Foltynowicz
Dabei arbeitet er nach dem Verfahren der hellen Röstung. Der Rohkaffee wird nur 12 bis 15 Minuten bei bis zu 220 Grad geröstet. So sollen die Aromen besser erhalten bleiben.© Foto: Nils Foltynowicz
An seiner Brüh-Station bereitet Heitmann den Filterkaffee zu. Bevor es losgeht, spült er den Filter mit heißem Wasser durch.© Foto: Nils Foltynowicz
Dann kommt das frisch gemahlene Kaffeepulver in den Filter. Je nach Geschmack gibt es mal sehr fruchtigen, mal sehr schokoladigen Kaffee.© Foto: Nils Foltynowicz
Beim Kaffeekochen ist alles aufeinander abgestimmt. Heitmann lässt sich viel Zeit - damit das Getränk auch besonders gut schmeckt.© Foto: Nils Foltynowicz
Serviert wird der Kaffee dann wie Wein in einer Karaffe und einem Glas.© Foto: Nils Foltynowicz

Die Gäste können, ja sollen sogar beim Kaffeekochen zuschauen, damit sie das auch zu Hause hinbekommen. Klassischen Filterkaffee mag Benedikt Heitmann besonders gerne, vier wechselnde Sorten hat er immer zur Auswahl, die Zubereitung ist bei ihm Handarbeit. 

Tipps für die Zubereitung

Für alle, die gerne Filterkaffee trinken und ihn statt mit der Maschine selbst mit Filtertüte und -halter zubereiten wollen, hat Heitmann ein paar Tipps:

  • Die Bohnen am besten selbst mahlen, dann geht das Aroma nicht verloren. Wer keine Möglichkeit hat, den Kaffee zu mahlen, sollte frisch gerösteten, hochwertigen Kaffee kaufen. Arabica-Bohnen seien vom Geschmack her am vielfältigsten. Bohnen aus Kenia seien häufig recht fruchtig, die aus Brasilien mehr schokoladig.
  • Das Wasser kochen und ein wenig abkühlen lassen.
  • Weiße statt braune Filtertüten benutzen. Darin schmecke der Kaffee besser.
  • Bevor es mit dem Brühen losgeht, den Filter einmal mit heißem Wasser durchspülen.
  • Das Verhältnis von 60 Gramm Kaffeepulver zu einem Liter Wasser sei perfekt.
  • Das Brühen startet mit einer Pre-Infusion: Das Kaffeemehl in den Filter geben und zunächst nur ein bisschen Wasser dazugeben. „Das löst die Aromen vor und führt zu einer gleichmäßigeren Extraktion“, sagt Heitmann.
  • Dann das restliche Wasser dazugeben.
  • Auf Zucker und Milch möglichst verzichten. Gerade zu viel Milch überdecke die Kaffeearomen. 
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