80.000 Euro für 125 neue Lämpchen – jetzt soll’s Farbe richten

mlzEmscher in Dortmund

Es war eine Idee mit Leuchtkraft: den Weg der Emscher auf den Metern optisch darstellen, die im Aplerbecker Ortskern nicht offen gelegt sind. Jetzt leuchtet nichts mehr – nur die Kosten.

Aplerbeck

, 08.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war vermutlich eine echte Schnapsidee, das kann man zwölf Jahre nach dem Projekt “Blaues Band“ durchaus behaupten. Vermutlich wird sich auch kaum ein Aplerbecker daran erinnern, was das einmal gewesen ist, was sich da auf dem Boden der Emschergasse wie kleine Pickel entlangzieht.

Obwohl, bei genauerer Betrachtung erinnert das Zeugs im Boden ganz groß an Leuchtkörper. In der Emschergasse, die ab der Höhe des Marktplatzes in Richtung Schweizer Allee führt, liegt es, das „Blaue Band“.

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Obwohl, blau ist da schon nichts mehr. 125 Lampen sind hier in den Fußweg eingelassen. Lampen, die den unterirdischen Verlauf der Emscher symbolisieren sollten. Was die ersten Monate wohl auch noch funktionierte - dann gingen die ersten Leuchten kaputt und blieben es auch.

Die Emschergasse führt vom Marktplatz in Richtung Schweiter Allee.

Die Emschergasse führt vom Marktplatz in Richtung Schweiter Allee. © Jörg Bauerfeld

Aber wie sieht es mit einer Sanierung der Beleuchtung aus? Eine Idee, die auch die Bezirksvertretung Aplerbeck aufnahm und bei der Stadt Dortmund nachfragte. Die Antwort ließ alle Beteiligten kurz schlucken. Die Instandsetzung des „Blauen Bandes“ würde rund 80.000 Euro verschlingen. Viel zu viel, wie die Politiker meinten.

Aber was nun? Eine wesentlich kostengünstigere Variante schlagen jetzt die Aplerbecker Grünen vor. Man solle einfach den unterirdischen Verlauf der Emscher farblich darstellen. Blaue Wellen und ein Emscherschriftzug sollten es doch auch tun.

125 dieser Lampen sind in den Boden eingelassen.

125 dieser Lampen sind in den Boden eingelassen. © Jörg Bauerfeld

Vorschläge werden im Übrigen noch gerne entgegengenommen. Die Kosten für die optische Ausbesserung würde dann die Bezirksvertretung tragen - wenn die Mehrheit bei der nächsten Sitzung am Dienstag (9.6., 15 Uhr im PZ des Gymnasiums an der Schweizer Allee) dem Grünen-Vorschlag zustimmt.

Das „Blaue Band“ im Aplerbecker Ortskern führt über die einzige Strecke, auf der der Fluss nicht wieder an die Oberfläche geholt wurde. Die Emschergasse erwies sich als zu eng für so ein Unterfangen.

Zudem fließt der Fluss hier auch in einer Tiefe von vier Metern. Es wäre also eher eine Schlucht als ein renaturierter Wasserlauf geworden - deshalb gab's dann das Lichtband.

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