9000 Meter: Radfahrer machen die Hohensyburg zum Mount Everest (Video)

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Für einen guten Zweck sind zwei Dortmunder hundert Mal die Hohensyburg hochgefahren. Mehr als 12.000 Euro an Spenden kamen dabei zusammen. 500 Menschen kann damit geholfen werden.

Syburg

, 24.05.2020, 22:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist eine Liebeserklärung an die Radszene im Ruhrgebiet“, sagt Martin Temmen. Er und Heiner Forthmann haben am Freitag (22.5.) den Mount Everest „bestiegen“ – aber im Ruhrgebiet? Zumindest was die Höhenmeter angeht, haben die beiden Radfahrer den 8848 Meter hohen Berg erklommen.

Temmen und Forthmann sind mit ihren Rädern hundert Mal die Hohensyburg in Syburg hochgefahren. Da jede Auffahrt 90 Höhenmeter beträgt, kommt man bei 100 Auffahrten auf über 9000 Höhenmeter. Die beiden 35-Jährigen sind aber nicht die ersten, die auf diese ungewöhnliche Art des „Bergsteigens“ gekommen sind. „Everesting“ nennt sich dieser Trend unter Radfahrern.

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Die beiden Freunde machen das aber nicht nur aus eigener Motivation. „Es ist ein Unterschied, ob wir das nur für uns oder auch für Andere machen“, sagt Temmen. „Das gibt dem Ganzen einen tieferen Sinn.“ Mit dem Projekt soll Menschen geholfen werden, die unter den Auswirkungen des Coronavirus leiden.

Passend zum Mount Everest seien das die Menschen, „die am Mount Everest leben und wegen der Ausgangssperre in Nepal nicht arbeiten können“, sagt Annette Massmann. Sie ist Leiterin der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, die mit den Spenden die Women‘s Foundation Nepal und die dort lebenden Tagelöhnerinnen unterstützt.

Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, mit ihrer Leiterin Annette Massmann, unterstützt mit den Spenden unter den Auswirkungen von Corona leidende Menschen in Nepal.

Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, mit ihrer Leiterin Annette Massmann, unterstützt mit den Spenden unter den Auswirkungen von Corona leidende Menschen in Nepal. © Annette Massmann

Für jeden der 9000 Höhenkilometer sollte ein Euro als Spende „eingefahren“ werden. Bei Redaktionsschluss waren es dann sogar über 12.000 Euro. „Damit können wir für 500 Menschen über einen Monat lang eine Mahlzeit finanzieren“, sagt Massmann stolz. Die Verbindung zur Stiftung der GLS kam über Forthmann, der bei der GLS Bank arbeitet, die zur selben Gruppe gehört.

Um 0:01 Uhr starteten er und Temmen am Freitag. Anfangs dauerte die Auffahrt circa sieben Minuten. Runter ging es deutlich schneller, sodass eine ganze Strecke insgesamt zehn Minuten dauerte. Zwischenzeitlich verdoppelte sich die Dauer aber. „Bei etwa der Hälfte der Auffahrten kamen wir in ein kleines Loch, und es fiel uns nicht mehr so leicht“, sagt Temmen.

Auch andere Radfahrer nahmen teil

Unterstützt wurden die beiden Radfahrer, die beide auch für Vereine fahren, von Freunden und Menschen, die vor Ort auf die Aktion aufmerksam wurden. „Ein paarmal bin ich auch mit hochgefahren“, sagt Michaela Werkmann, die Freundin von Temmen. „Aber hundert Mal hätte ich das nicht geschafft.“

Die Idee kam Temmen, weil Radfahren zwar ein krisenfester Sport sei, den man auch während der Corona-Schutzmaßnahmen betreiben könne, aber die Renn-Veranstaltungen wegfallen würden. „Deswegen haben wir unser eigenes Event vor unserer Haustür veranstaltet“, sagt der Dortmunder. „Dafür hat sich unser Heimatberg natürlich angeboten.“

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