Radweg im Süden ist so schlecht, dass ein Dortmunder selbst die Büsche schneidet

mlzHegemanns Heide

Scharfe Dornen, keine Beleuchtung: Ein Fuß- und Radweg an der A45 im Süden von Dortmund ist für Jörg Regner (49) eine Zumutung. Wieso kümmert sich niemand um die Pflege?

von Marc Dominic Wernicke

Persebeck

, 07.12.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dornige Büsche, schlechte Beleuchtung – der Fuß- und Radweg zwischen Hegemanns Heide in Menglinghausen und der A45-Unterführung nach Persebeck ist in einem schlechten Zustand.

Der Kruckeler Jörg Regner (49) möchte das ändern und hat sich dazu an die Hombrucher Bezirksvertretung (BV) gewandt.

„Für mich war das eine ganz neue Erfahrung“, erinnert sich Regner an die BV-Sitzung vor genau einem Monat. Seine Zustandsbeschreibung des Weges hatte er bereits im September an die Verwaltung geschickt.

Radweg im Süden ist so schlecht, dass ein Dortmunder selbst die Büsche schneidet

Die dornigen Büsche am westlichen Wegesrand hat Jörg Regner selbst geschnitten. „Dafür habe ich viele positive Kommentare von anderen Wegnutzern bekommen“, so der Kruckeler. © Marc D. Wernicke

Das sind die Probleme entlang des Weges

„Der Weg ist sehr schmal und die Büsche am westlichen Rand haben gefährliche Dornen“, so der 49-Jährige. Er habe sogar schon einmal selbst zur Schere gegriffen und das stachelige Gestrüpp zurückgestutzt, doch mangels regelmäßiger Pflege wachse es immer wieder nach.

„Außerdem ist der Weg gerade jetzt in der nassen Jahreszeit sehr schlammig“, sagt Regner. Insbesondere im Bereich der Kurve müssen Fußgänger derzeit (Stand 6. Dezember) mit langen Schritten an matschigen Löchern und verstreutem Pferdemist vorbei.

Der Weg ist zudem nur teilweise beleuchtet und die vorhandenen Laternen seien laut Jörg Regner nicht ausreichend. Im südlichen Bereich vor dem Fußgängertunnel unter der A45 gibt es überhaupt kein Licht.

Zur Verbesserung des Weges äußert der Kruckeler eine Reihe von Vorschlägen: So könne der Weg verbreitert und die angrenzenden Dornenbüsche regelmäßig geschnitten werden. Auch mehr Beleuchtung und das Aufstellen von Mülleimern würden laut Regner die Qualität des Weges verbessern.

Die BV kam schnell zu einer Entscheidung

In der November-Sitzung der Hombrucher BV wurden die Probleme diskutiert.

Der SPD-Vertreter Michael Twardon erklärte dabei, dass der Weg nach seiner Kenntnis kein Eigentum der Stadt Dortmund sei. Er gehöre der Evangelischen Kirche, weshalb die Politik keine regelmäßige Pflege oder Umgestaltung des Weges beschließen könne.

Radweg im Süden ist so schlecht, dass ein Dortmunder selbst die Büsche schneidet

Die Laternen entlang des Weges funktionieren nur teilweise. Zudem müssen Fußgänger in der nassen Jahreszeit häufig an matschigen Löchern vorbei steigen. © Marc D. Wernicke

Da der Weg jedoch wie eine öffentliche Fläche genutzt wird, schlug die SPD-Fraktion einen Ankauf durch die Verwaltung vor. Nach kurzer Diskussion fasste die BV einen einstimmigen Beschluss: Das Tiefbauamt soll gebeten werden, der Liegenschaftsverwaltung einen Auftrag zum Erwerb des Weges zu erteilen. Erst dann seien die Maßnahmen zur Verbesserung möglich.

Bis zur Umsetzung können Jahre vergehen

Wenn dieser Auftrag erfolgt, muss die Verwaltung mit der Kirche über den Ankauf des Weges verhandeln. „In der BV hieß es, dass es noch drei bis fünf Jahre dauern könnte, bis hier etwas passiert“, so Jörg Regner.

Auch der Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler zog für die Zukunft des Weges ein positives, wenn auch ernüchterndes Fazit: „Wir alle werden einige Jahre älter sein, wenn das vorbei ist.“

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