Abholservice wegen Coronavirus: Restaurants im Dortmunder Westen wollen die Krise überleben

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Am Sonntag (22.3.) sind in NRW die Regeln im Umgang mit dem Coronavirus erneut verschärft worden. Restaurants müssen nun geschlossen bleiben. Viele nutzen eine Alternative – auch in Marten.

Marten

, 23.03.2020, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zunächst waren nur die Öffnungszeiten der Gastronomiebetriebe eingeschränkt worden. Zudem waren die Abstände zwischen den Tischen vergrößert worden. So konnten weniger Gäste gleichzeitig bedient werden.

Seit Sonntag (22.3.) dürfen Restaurants, Gaststätten, Imbisse, Mensen und Kantinen ihren Gastraum nun gar nicht mehr öffnen. Die Alternativen: Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf. Allerdings müssen auch hierbei Mindestabstände eingehalten werden. Zudem darf das Essen nicht im Umkreis der Gastronomiebetriebe und erst recht nicht in Gruppen verzehrt werden.

Das Steakhaus „El Cadoro“ an der Martener Straße 265 bietet seit Montag (23.3.) einen Abholservice an – und baut hierbei auf die Vernunft seiner Gäste. Schließlich seien bereits in der vergangenen Woche erst kaum, dann gar keine Menschen mehr in das Restaurant gekommen.

Fünf Gerichte können bestellt werden

„Unsere Gäste halten sich also offenbar an die Regeln, was ja auch gut so ist“, sagt Nemanja Vujic. Dennoch müsse das Restaurant seines Vaters Mihajlo Vujic weiterhin Einnahmen generieren.

Ein Lieferdienst sei zu zweit nicht stemmbar und kam somit für den kleinen Familienbetrieb nicht in Frage. Stattdessen wollen Vater und Sohn nun täglich ab 17 Uhr in der Restaurantküche werkeln. Bestellungen werden ausschließlich telefonisch entgegengenommen unter Tel. (0176) 64 93 65 00.

Zwischen 18 und 20.30 Uhr können Kunden dann ihr Essen abholen. Wählen können sie zwischen den fünf beliebtesten Gerichten des Steakhauses. „El Cadoro“ bietet derzeit noch alles zu regulären Preisen an.

Das „Zigeunerschnitzel“ mit Pommes ist mit 12,50 Euro das günstigste Gericht. Die Gourmet-Platte für zwei Personen mit verschiedenen Fleischsorten, Djuvecreis und Pommes ist mit 33 Euro am teuersten.

Preise könnten noch sinken

Die Vujics wollen abwarten, wie ihr Angebot angenommen wird. „Sollte es an den Preisen scheitern, kann ich bei den Gerichten noch etwas runtergehen – aber das entscheiden wir im Laufe der Zeit“, erklärt Nemanja Vujic.

Es sei finanziell schon ein wichtiger Schritt gewesen, die Karte zu verkleinern. „Letzte Woche mussten wir so viel wegwerfen, jetzt wird der Einkauf deutlich einfacher und wir werden hoffentlich alles los.“

„El Cadoro“ sei gut gerüstet, um viele Fleischliebhaber zu verköstigen. „Je mehr kommen und unser Essen abholen, desto besser“, sagt Nemanja Vujic. „Das Coronavirus hat uns in eine wirklich schlimme Situation gebracht. Wir müssen mit dem neuen Angebot überleben.“

Generell versuchen er und Vater Mihajlo aber, ruhig zu bleiben. Schließlich seien sie nicht die einzigen Betroffenen in der Situation. „Viele sind in der gleichen Lage, das macht uns irgendwie ruhiger“, sagt Nemanja Vujic.

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