Politiker wollen Schule in Dortmund abreißen und Wohnungen bauen lassen

mlzBauprojekt

Die politische Idee, die Dependance einer Dortmunder Schule aufzugeben und den anderen Standort aufzuwerten, gefällt der Schulleitung. Nebenbei könnte neuer Wohnraum entstehen.

Oespel, Marten

, 20.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Schule mit zwei Standorten ist für alle Beteiligten eher unpraktisch. Lehrer müssen pendeln, Schüler oftmals auch, Organisation und Verwaltung sind aufwendig.

Die Schule an der Froschlake kann davon ein Liedchen singen: Die Klassen 1 bis 6 (aktuell rund 60 Kinder) werden am Standort Oespel, die Klassen 7 bis 10 sowie intensiv-pädagogische Gruppen (aktuell circa 70 Kinder und Jugendliche) in Marten unterrichtet.

Schulgebäude in Oespel soll abgerissen werden

Der mündliche Antrag der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Lütgendortmund in der November-Sitzung kommt für Schulleiter Michael Saul deshalb wie gerufen: Die Verwaltung soll prüfen, ob die Dependance der Förderschule an der Straße „Auf der Linnert“ in Oespel aufgegeben werden kann, um am Standort Marten an der Straße Froschlake „eine Gesamtertüchtigung“ vorzunehmen.

Politiker wollen Schule in Dortmund abreißen und Wohnungen bauen lassen

Michael Saul würde sich über die Zusammenlegung der beiden Schulstandorte freuen. © (A) Stephan Schütze

Die SPD begründet diesen Vorschlag damit, dass die Schule 2021 – im Zuge des Landesprogramms „Gute Schule 2020“ – ohnehin eine neue Turnhalle erhält. Einhergehen sollte damit die Erweiterung des Martener Schulkomplexes, während man das Gebäude in Oespel abreißen und das Grundstück für den Wohnungsbau vermarkten könnte.

Erweiterung des Schulstandorts Marten

„Über den Ausbau des Martener Standorts im Zuge des Turnhallenbaus sind wir mit der Stadt schon länger im Gespräch“, sagt Michael Saul auf Anfrage dieser Redaktion. Deshalb freue ihn der Vorstoß aus der Politik natürlich.

Die Nutzung der Zweigstelle in Oespel sei ohnehin nur eine Übergangslösung, die schon zehn Jahre andauert, berichtet Saul. Das Gebäude sei mittlerweile aber sehr marode, zudem gebe es an diesem Standort keine Sporthalle.

Politiker wollen Schule in Dortmund abreißen und Wohnungen bauen lassen

2021 erhät die Schule an der Froschlake eine neue Turnhalle inklusive Motorikraum. © (A) Stephan Schütze

Allein für die Teilnahme am Sportunterricht müssten die Oespeler Schüler ständig pendeln, was auch mit hohen Fahrtkosten für die Stadt verbunden sei. Anders als die Kommunalpolitiker hält Saul das alte Oespeler Schulgebäude, Baujahr 1875, trotz seines schlechten baulichen Zustands aber für „schön und erhaltenswürdig“.

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Die Bezirksvertretung votierte einstimmig für den SPD-Antrag, den Fraktionssprecher Andreas Lieven als Ergänzung zur Vorlage über den „Investitionsbedarf für Dortmunder Schulen“ mündlich vortrug. Die Vorlage umfasst eine Bestandsaufnahme von 84 Dortmunder Schulgebäuden, darunter die Immobilie der Schule an der Froschlake am Standort Marten, Baujahr 1948.

Investitionen von knapp einer Million Euro

Laut der Zustandsbeurteilung müssen dort in den nächsten zwei Jahren rund 300.000 Euro und in den nächsten drei bis fünf Jahren knapp 650.000 Euro investiert werden (Instandhaltung und technische Anlagen).

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