Abriss Stiftsforum: Tanzlehrer Klaus Rimek erinnert sich an schöne Zeiten

mlzHörder Wahrzeichen

Klaus Rimek betrieb im Stiftsforum mehr als 20 Jahre lang seine Tanzschule. Uns hat er erzählt, was das abgerissene Hörder Wahrzeichen für ihn unvergessbar macht.

Hörde, Hombruch

, 14.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Faßstraße verschwindet in diesen Tagen ein Wahrzeichen von Hörde. Stück für Stück reißen Bagger das Stiftsforum unweit des Phoenix-Sees nieder. Lange wird es nicht dauern, dann wird auch die markante Backsteinfassade der einstigen Brauerei fallen.

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Ein Mann sieht diesem Augenblick mit Wehmut entgegen. Der Tanzlehrer Klaus Rimek betrieb hier mehr als zwei Jahrzehnte lang seine Schule.

„Tolle Zeit“ im Stiftsforum

„Die 25 Jahre dort waren eine tolle Zeit“, erinnert sich der gebürtige Bayer an die 1990er-Jahre, als er seine Tanzschule im Stiftsforum eröffnete.

Nach dem Ende des Brauereibetriebs wurde aus dem Gebäudekomplex an der Ecke Faß- und Hermannstraße das Stiftsforum, in dem sich verschiedene Gewerbe ansiedelten. Eins davon war die Tanzschule, die die ehemalige Brauhalle hinter der roten Backsteinfassade bezog.

Nur noch Trümmer sind vom Eingangsbereich übrig geblieben.

Nur noch Trümmer sind vom Eingangsbereich übrig geblieben. © Jörg Bauerfeld

„Wir wollten Tageslicht zum Tanzen haben, also ließen wir die großen Fenster in die Wand sprengen“, erzählt Klaus Rimek.

Vor wenigen Tagen entdeckte der Tanzlehrer eine Sammlung alter Zeitungen aus jener Zeit wieder. Die in Farbe gedruckten „Newspepper“ von 1997 versprachen laut ihrem Untertitel „gepfefferte Nachrichten aus dem Stiftsforum“.

Großes Medien- und Freizeitzentrum

„Es gab dort mehrere Medienbetriebe. Die Zeitung wurde eigens für das Stiftsforum hergestellt“, sagt Klaus Rimek und erinnert sich zurück. Unter anderem produzierte der TV-Dienstleister WestCom dort Sendungen für Sat1 und Werner Hansch kommentierte Borussia- und WM-Spiele.

Klaus Rimek mit Trainerin Svetlana Serova.

Klaus Rimek mit Trainerin Svetlana Serova. © Marc D. Wernicke

„Das ist schon geil, wenn man das so sieht“, sagt Rimek beim Blick auf eine alte Luftaufnahme des Stiftsforums. Bis heute kann er an allen Teilen des Gebäudekomplexes genau aufzeigen, was es dort damals gab.

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Neben seiner Tanzschule und einer Diskothek im Keller habe es dort auch eine Kletterschule gegeben, laut Klaus Rimek eine der ersten in Deutschland. Das Fitness-Studio „Enjoy“ erstreckte sich über zwei Etagen und einer der Artikel von 1997 erzählt von einem Besuch des Schauspielers Ralf Möller.

„Es gab Kampfkunst, Aerobic, Videoclip-Tanz – Viele Sachen, die damals noch neu waren, wurden im Stiftsforum angeboten“, erzählt Klaus Rimek. Für ihn seien viele gute Bekanntschaften und Reisen das Schönste an dieser Zeit gewesen.

Neue Tanzschule in Hombruch

Mit den Plänen zum Abriss des Stiftsforums in den späten 2010er-Jahren musste sich auch die Tanzschule neu orientieren. Seit Anfang 2019 befindet sie sich in Hombruch an der Leostraße.

Erinnerungen an frühere Zeiten. Klaus Rimek mit einem alten Journal.

Erinnerungen an frühere Zeiten. Klaus Rimek mit einem alten Journal. © Marc Wernicke

„Inzwischen bin ich froh, in Hombruch zu sein. In Hörde würde das Geschäft wegen der fehlenden Parkplätze heute nicht mehr funktionieren“, sagt Klaus Rimek.

Er blicke zuversichtlich in die Zukunft, wolle aber dabei sein, wenn an der Faßstraße bald auch die Fassade seiner einstigen Tanzschule abgerissen wird.

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