Mit dieser Torwartlegende feiert Dortmunds ältester BVB-Fanclub sein 45-jähriges Bestehen

mlzBorussia Dortmund

Als der Verein mit dem einfachen Namen „Fan-Club Borussia Dortmund“ entstand, war Deutschland gerade Fußball-Weltmeister geworden und der BVB dümpelte im Mittelfeld der 2. Bundesliga Nord.

Scharnhorst

, 09.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 1. August 1974 wurde der „Fan-Club Borussia Dortmund“ gegründet und ist somit offiziell der älteste BVB-Fanclub Dortmunds. Registiert ist der Verein in Kirchderne und trotz seiner Historie zählt er lediglich 63 Mitglieder. Dies hat einen besonderen Grund.

Stadionwurst als Wendepunkt

Marcel Finke ist glühender BVB-Fan. Seit seiner Kindheit besucht der gebürtige Dortmunder die Spiele der Schwarz-Gelben. Dabei schien der Funke zu Beginn gar nicht so recht überspringen zu wollen: „Als mein Vater mich mit vier Jahren das erste Mal mit ins Stadion nahm, war es mir viel zu laut. Der einzige Lichtblick war die Bratwurst in der Halbzeit.“

Dieser Imbiss habe dazu geführt, dass er seiner Mutter trotz dröhnender Ohren anschließend sogar vom Stadionbesuch vorgeschwärmt habe. „Seitdem habe ich auch wegen der Bratwurst kaum noch ein Heimspiel verpasst.“

Unterstützung der Mannschaft als Hauptgrund

1974 spielte der BVB in der 2. Bundesliga Nord. Zur Elf gehörten damals Spieler wie Lothar Huber, Mirko Votava oder Burkhard Segler. Am 7. Juli war Deutschland gerade mit Beckenbauer, Maier, Müller und Co. Fußball-Weltmeister geworden. Am 1. August dann gründete Peter Noisten den ersten BVB-Fanclub in Dortmund. Marcel Finke weiß das nur vom Hörensagen oder aus Presseberichten. Er selbst ist erst vor sieben Jahren in den Fanclub eingetreten. Obwohl er die Anfangszeit des Fanclubs nicht miterlebte, hat er sich von älteren Mitgliedern viel über die Gründung des Vereins erzählen lassen: „Es ging damals darum, auch in einer sportlich schwierigen Phase die Mannschaft zu unterstützen. Zu dieser Zeit waren Fanclubs ein seltenes Phänomen“, erklärt der 29-Jährige.

Fanleben erfordert Kompromisse

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht berichtet der Dauerkarteninhaber von einem seiner Fanhighlights: „Die Auswärtsfahrt zum Europa-League-Spiel in Liverpool im Jahr 2016 war schon außergewöhnlich. Die Atmosphäre vor Ort verschafft einem eine absolute Gänsehaut. Für so ein Erlebnis muss man dann auch schon einmal berufliche Kompromisse eingehen.“ Die Stimmung im legendären Stadion an der Anfield Road wird er wohl nie vergessen und ist bis heute froh, dass er dafür Schichten tauschen konnte.

Mit dieser Torwartlegende feiert Dortmunds ältester BVB-Fanclub sein 45-jähriges Bestehen

Vor dem Europapokalspiel des BVB 2016 in Liverpool gedachten Mitglieder des Fanclubs der Opfer der Hillsborough-Katastrophe. © Fan-Club Borussia Dortmund

Sogar Spendenaktionen in Gelsenkirchen

Im Mittelpunkt steht neben dem Fanleben das ehrenamtliche Engagement. Für den guten Zweck überschreite man auch scheinbar unüberwindbare Grenzen. „Wir haben eine Spendenaktion für ein Kinderhospiz in Gelsenkirchen ins Leben gerufen. In einem solchen Fall spielen die Fußballfarben dann natürlich keine Rolle“, unterstreicht der 29-Jährige. Hinzu kommen die Abgabestellen rund um das Stadion, die ebenfalls vom Fanclub betrieben werden.

Die „Helmbude“ als Institution

Vor allem die „Helmbude“ dient als Anlaufpunkt an Spieltagen. Drei Stunden vor dem Anpfiff trifft man sich hier und fachsimpelt nicht nur über fußballerische Glanzleistungen. „Wir sprechen auch häufig über private Themen und dieses herzliche Zusammensein macht den Fanclub so besonders“, betont Finke.

BVB-Ikone zu Gast

Am Samstag, 12. Oktober, feiert der „Fan-Club Borussia Dortmund“ nun seinen 45. Geburtstag im Vereinsheim des BV Viktoria Kirchderne. Mit von der Partie ist unter anderem BVB-Legende Wolfgang „Teddy“ de Beer.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt