Ärger um lange Grillpartys: In der Godefriedstraße gibt es Stress zwischen Anwohnern

mlzNachbarschaftsstreit

Grillparty oder Saufgelage? Wilde Pinkel-Ecken oder harmloses Zusammensitzen? Die Nachbarn in der Godefriedstraße ärgern sich übereinander. Miteinander reden möchte niemand.

Wellinghofen

, 02.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bericht über ein Blumenbeet, das eine Anwohnerin der Godefriedstraße angelegt hatte, hat einen tiefliegenden Streit zwischen mehreren Nachbarschaftsparteien offenbart. Und das kurz vor der Eigentümerversammlung.

Reinhild Schmidt war es, die einen Teil des Gemeinschaftsgrundstücks bepflanzt hatte. Sie erklärte uns, dass sich nicht alle Bewohner über ihr Engagement freuen. Besonders eine Nachbarin habe mit dem Blumenbeet ein Problem.

Diese Nachbarin ist Brigitte Ziegler - obwohl sie in dem ersten Bericht dieser Redaktion nicht namentlich genannt worden war, fühlt sie sich angesprochen. Und möchte etwas dazu sagen. „Ich ärgere mich auch“, gibt sie zu, „aber bestimmt nicht über Blumen.“ Es seien die Partys im „illegalen Biergarten“ hinter dem Haus, erzählt die 70-Jährige, die ihr und anderen Nachbarn gehörig auf die Nerven fielen.

Wilde Partys in der Gartenecke?

Rainer Endrigat (69), der ebenfalls in der Nachbarschaft wohnt, stimmt Frau Ziegler zu. „Gegen die Frau Schmidt hat keiner was. Die hat sich hier krumm-malocht, und die Blumen gefallen uns. Was uns nur ärgert, ist, dass uns die Begegnungsstätte langsam suspekt vorkommt.“

Die Begegnungsstätte? Hinter dem Blumenbeet befinden sich ein Tisch und zwei Bänke aus Holz, neben einer Garagenwand steht ein Grill. „Manchmal sitzen hier nur die Nachbarn und quatschen nett“, sagt Endrigat. „Aber es finden auch ganz andere Partys hier statt.“

Ärger um lange Grillpartys: In der Godefriedstraße gibt es Stress zwischen Anwohnern

Im Blumenbeet sitzt dieser Hund. Doch offenbar halten sich nicht alle Menschen an das Pinkel-Verbot. © Martina Niehaus

Bei diesen Treffen, die oft bis tief in die Nacht dauerten, würde gelärmt und gesungen, und wild in die Büsche gepinkelt. Der „Grillgestank“, erklären Ziegler und Endrigat, nerve nicht nur sie, sondern viele Nachbarn. Setze man sich oben auf den Balkon, hagele es Beschimpfungen von unten. „,Da sind die Spione‘, so was rufen die Leute mir dann zu. Ich möchte doch einfach nur in Ruhe auf meinem Balkon sitzen“, sagt Brigitte Ziegler.

Gastgeber bei mindestens einer dieser Gelegenheiten, da sind sich Endrigat und Ziegler einig, sei Hausmeister und Nachbar Willi Kleff gewesen, der sich mit Reinhild Schmidt gut versteht. Mit ihm reden wollen sie nicht. „Ich habe das versucht“, sagt Endrigat. „Dann bekomme ich zu hören, ich solle das Maul halten.“

Hausmeister soll Nachbarn bedrohen

Auch Brigitte Ziegler berichtet von Beleidigungen und Drohungen durch den Hausmeister. „Er hat mir über eine andere Nachbarin ausrichten lassen, ich solle meine Fr.... halten, sonst würde er mir in die Fr.... hauen“, sagt sie. Das habe sie auch bereits an die Deutsche Immobilien Service Gesellschaft mbH (DIS) weitergegeben. „Ich bezahle diesen Mann, so etwas darf der nicht zu mir sagen. Als Antwort wurde darauf verwiesen, dass man das bei der Eigentümerversammlung klären würde“, sagt sie.

Auch auf Nachfrage möchte sich bei der DIS niemand zu den Streitigkeiten äußern. Bei der Eigentümerversammlung am Donnerstag, 4. Juli, werde jedoch jemand von der Hausverwaltung dabei sein. Dann werden Blumenbeete und Grill-Ecken sicherlich thematisiert werden. „Ich hoffe es“, sagt Brigitte Ziegler. „Aber viele Eigentümer haben die Wohnungen hier nur vermietet. Die interessieren sich gar nicht dafür.“

Miteinander reden? Keine Chance

Wer sich allerdings äußert, ist Willi Kleff selbst. Er sagt: „Wenn wir grillen, machen wir um 22 Uhr die Schotten dicht. Hier war noch nie ein Polizeieinsatz wegen unseres angeblichen Lärms. Und in die Büsche pinkelt auch niemand, alle können die Toilette benutzen.“ Zwei weitere Nachbarinnen bestätigen, dass es immer ruhig ablaufe beim abendlichen Sit-In.

Miteinander reden - so der fromme Vorschlag - das wollen die Nachbarn nicht. „Ich rede mit jedem, aber mit dem nicht mehr“, sagt Rainer Endrigat. Und Willi Kleff sagt: „Da ist zuviel passiert in den letzten Jahren.“ Bleibt zu hoffen, dass die Nachbarn auf der Eigentümerversammlung eine Lösung finden.

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