Gammelhaus in Eving sorgt bei Anwohnern immer wieder für Ärger

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Seit Jahren steht das Haus an der Lindenhorster Straße leer und vergammelt. Der Hausbesitzer scheint sich nicht darum kümmern zu wollen. Die Anwohner stört nicht nur der Anblick.

Eving

, 07.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verschmutzte Fassade, mit Brettern vernagelte Fenster, bröckelnde Materialien. Das leerstehende Haus an der Lindenhorster Straße Nummer 29 sticht unter den umstehenden Gebäuden sofort negativ ins Auge. Der Dachstuhl hat sich in einen Taubenschlag verwandelt, eine eingesetzte Stahltür versperrt den Eingang.

Durch die schmierigen und zum Teil offenen Fenster lässt sich jedoch erahnen, wie heruntergekommen das Haus auch von innen sein muss. Auch der Hinterhof wirkt bei einem Blick durch den Zaun nicht gerade einladend. Ein Schandfleck im Stadtbild des Bezirks Eving – so sehen es vor allem die Anwohner.

„Wir können gegen das Haus an sich nichts machen, da es sich in Privatbesitz befindet“, erklärt Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) auf Anfrage. Er habe Verständnis dafür, dass der Anblick des baufälligen Gebäudes viele Anwohner stört. „Der ein oder andere Hausbesitzer sieht das dann aber vielleicht nicht so eng“, so Stens.

Der Bezirksvertretung sind bei Privathäusern die Hände gebunden

Solche Diskussionen gebe es immer mal wieder an verschiedenen Stellen im Stadtbezirk. Auch das Haus an der Lindenhorster Straße ist seit Jahren ein Thema. Wie lange das Gebäude bereits Anwohnern und Politikern ein Dorn im Auge ist, weiß der Berzirksbürgermeister nicht. Aber: „Das Thema verfolgt uns mittlerweile bestimmt seit mindestens zehn Jahren.“ Getan hat sich seitdem nichts.

Dass den Bezirksvertretern bei der Beseitigung solcher heruntergekommenen Gebäude die Hände gebunden sind, wurde auch während der Sitzung der Bezirksvertretung Eving am vergangenen Dienstag (4. Februar) deutlich. Anwohnerin Jennifer Eckhardt hatte sich über das marode Haus beschwert und die Missstände angesprochen, die regelmäßig, vor allem im Sommer, auftreten.

Die Anwohner ärgern sich über Müll und Ungeziefer

Sie nannte unter anderem wachsende Müllberge sowie Ungeziefer, das von dem Unrat angezogen würde. „Im vergangenen Sommer war es besonders schlimm“, erklärte Eckhardt den Lokalpolitikern. An den warmen Tagen habe es oft in der Umgebung des Hauses gestunken. Zum Winter hin sei es wieder besser geworden, so Eckhardt, da Maßnahmen gegen die Probleme ergriffen worden seien.

Das baufällige Haus ist mittlerweile Nistplatz verschiedener Tiere. Im Dachstuhl nisten beispielsweise Tauben.

Das baufällige Haus ist mittlerweile Nistplatz verschiedener Tiere. Im Dachstuhl nisten beispielsweise Tauben. © Julian Reimann

Allerdings habe sich in den vergangenen Monaten wieder viel Müll und Unrat angesammelt - es werde befürchtet, dass sich die Zustände im kommenden Sommer wiederholen. Auch sei ein Vorbeigehen an dem Gebäude gefährlich gewesen, da immer mal wieder lose Teile auf den Gehweg gefallen seien. In dem Fall hätte man den Hausbesitzer zu einer Behebung des Problems verpflichten können, so Stens. Er riet dazu, solche gefährlichen Missstände umgehend dem Ordnungsamt zu melden.

Angesprochene Missstände „praktisch über Nacht“ behoben

„Jeder Hausbesitzer muss für die Verkehrssicherheit vor dem Gebäude sorgen“, erklärt der Bezirksbürgermeister. „Wenn die nicht gewährleistet ist, muss man schnell handeln.“ Da die Missstände kurz nach der Sitzung der Bezirksvertretung wieder behoben waren, geht der Bezirksbürgermeister davon aus, dass während der Sitzung am Dienstag (4.2.) jemand anwesend war, der den Eigentümer informiert hat.

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Auf Anfrage der Redaktion teilte Jennifer Eckhardt, die die Probleme rund um das Haus angesprochen hatte, mit, dass der Müll „praktisch über Nacht“ restlos beseitigt worden ist. Damit sei - abgesehen vom Erscheinungsbild des Gebäudes - erst einmal wieder alles in Ordnung. Ob die Beseitigung der Missstände nun von längerer Dauer ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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