Dreck und blockierte Wege: Ärger über parkende Lkw in Alt-Scharnhorst wächst

mlzLkw-Fahrer im Visier

Anwohner und Politiker wehren sich gegen parkende Lkw an der Friedrich-Hölscher-Straße - und sie ärgern sich über die Untätigkeit der Stadtverwaltung.

Scharnhorst

, 06.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmutz, Lärm, Gestank, menschliche Hinterlassenschaften sowie blockierte Seitenstreifen und Gehwege - die Liste der Anwohner-Vorwürfe gegen die Lkw-Fahrer, die ihre riesigen Fahrzeuge im Bereich Friedrich-Hölscher-Straße / Grunewald abstellen, ist lang.

Bereits im November 2019 hatte die Bezirksvertretung Scharnhorst auf Antrag der SPD-Fraktion ein Parkverbot für Lkw im genannten Bereich beschlossen. Nun, vier Monate später, ist nichts passiert, und die Teilnehmer eines Ortstermins am Donnerstag (5.3.) - SPD-Politiker und Anwohner - waren sich einig: „Es kann doch nicht so lange dauern, ein einfaches Schild zu montieren.“

„Wir müssen Slalom fahren“

„Wir müssen Slalom fahren und haben große Ölflecken auf der Straße“, sagen die Anwohner. Manche Fahrer werfen den Grill an. Und wenn man sie dann darauf anspreche, dass das Lkw-Parken hier verboten sei, antworten sie nur: „Wo steht das? Ich sehe kein Schild.“ Ein älterer Anwohner kümmere sich ehrenamtlich nach wie vor um die Pflege des Grünstreifens neben der Friedirch-Hölscher-Straße. Es sei unglaublich, was er dort für einen Dreck finde.

Anwohner, Mitglieder der SPD Scharnhorst sowie OB-Kandidat Thomas Westphal (Mitte) trafen sich am Donnerstag an der Friedrich-Hölscher-Straße in Alt-Scharnhorst, um über das Thema "parkende Lkw" zu beraten.

Anwohner, Mitglieder der SPD Scharnhorst sowie OB-Kandidat Thomas Westphal (Mitte) trafen sich am Donnerstag an der Friedrich-Hölscher-Straße in Alt-Scharnhorst, um über das Problem mit den parkenden Lkw zu sprechen. © Andreas Schröter

Ratsvertreterin Ulrike Matzanke sagte, es sei für Politiker schwer geworden, ihre Glaubwürdigkeit bei den Menschen vor Ort zu behalten, wenn die Verwaltung nicht mal einfachste Dinge umgesetzt bekomme. „Wie soll man das den Menschen noch erklären?“, fragt sie. Dennoch wolle sie hartnäckig bleiben.

Schild soll schnell kommen

Auch der ebenfalls anwesende oberste Wirtschaftsförderer und SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal will sich nun des Themas annehmen. Zuerst soll nun das Schild kommen, dann müsse man aber auch über bauliche Lösungen nachdenken, wobei natürlich Krankenwagen, die Müllabfuhr und die Feuerwehr nach wie vor die Straße durchfahren können müssen.

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Wichtig sei, so Westphal, mit den Logistikfirmen selbst zu sprechen. Sie seien es, die dafür sorgen müssen, dass ihre Fahrer irgendwo parken können, denn niemand stelle seinen Lkw ja freiwillig in ein Wohngebiet und campiere dort ohne ausreichende sanitäre Anlagen. Er habe einige Flächen auf dem Westfalenhütten-Gelände im Auge, die dafür in Frage kommen könnten. Die Anwohner bestätigen, dass nur die Lkw von bestimmten Firmen an der Friedrich-Hölscher-Straße parken - eben von solchen Firmen, die keine eigenen Abstellflächen bereitstellen.

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Auch die Scharnhorster SPD macht einen Vorschlag: Im unteren Teil der Rüschebrinkstraße in der Nähe der B236-Auffahrt gebe es eine Fläche, die sich hervorragend als Lkw-Parkplatz eignen würde.

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Ein bisschen Lob für die Stadt gab‘s bei diesem Ortstermin übrigens auch: Seit die neue Sinterstraße fertig sei, sei die Verkehrsbelastung in Alt-Scharnhorst weniger geworden, so war zu hören.

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