Lebte die Frau noch, als sie in den Koffer gepackt wurde?

mlzErschreckende Details zur Bluttat

Ein 24-Jähriger soll in Lütgendortmund seine Frau erstochen haben, mit 76 Stichen. Am zweiten Prozesstag sagte die Rechtsmedizinerin aus. Ihr Vortrag war nichts für schwache Nerven.

Dortmund

, 30.01.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den Fund einer Leiche in einem Koffer in Lütgendortmund hat das Schwurgericht am Donnerstag weitere Zeugen und Sachverständige vernommen. Vor allem die Befragung der Rechtsmedizinerin, die seinerzeit die Obduktion der Leiche vorgenommen hatte, war dabei nichts für schwache Nerven.

Dass das Opfer an den Folgen unfassbarer 76 Messerstichverletzungen verblutet war, steht bereits in der Anklageschrift. Die Medizinerin führte dies in ihrer Vernehmung jedoch weiter aus. Weil die Klinge den Brustraum mehrfach geöffnet habe, seien beide Lungenflügel kollabiert. Vor allem am Oberkörper habe die Getötete schwere Verletzungen aufgewiesen, die nur dann zu heilen gewesen wären, wenn schnellstmöglich ärztliche Hilfe geleistet worden wäre.

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Strangulation ganz zum Schluss

Die Rechtsmedizinerin geht weiterhin davon aus, dass die ebenfalls erfolgte Strangulation mit einem Schnürsenkel als einer der letzten Tatakte ausgeführt wurde. Das brachte dann auch sogleich die Frage auf, ob das Opfer möglicherweise sogar noch am Leben war, als es in einen großen Koffer gestopft und aus der Wohnung an der Westricher Straße geschafft wurde. „Ich kann das nicht ausschließen“, antwortete die Sachverständige.

Neben der Rechtsmedizinerin befragte das Schwurgericht am Donnerstag auch die vielleicht beste Freundin der Getöteten. Die Frau, in deren Wohnung das spätere Opfer im Sommer untergekommen war, ist noch immer fassungslos über den Verlust.

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Vor allem macht ihr zu schaffen, dass sie von dem Täter anschließend noch auf eine makabere Art und Weise benutzt worden sei: Vom Handy der Getöteten gingen an jenem Sonntagnachmittag mehrere Kurznachrichten auf dem Handy der Zeugin ein. Inhalt: „Ich habe meinen Mann mit einem Messer verletzt. In der Wohnung ist deshalb viel Blut.“

Kurznachrichten auf dem Handy

Dass die Wirklichkeit anders aussah, ahnte die Zeugin allerdings schon früh. „Ich habe ihr geschrieben, dass sie mich anrufen soll“, erinnerte sich die Lütgendortmunderin.. „Ich wollte ihre Stimme hören, weil ich das alles nicht geglaubt habe.“

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Auch der Umstand, dass ihre beiden Kinder in der Wohnung waren, als es zu der Bluttat kam, belastet die Zeugin sehr. Die fünfjährige Tochter und der neun Jahre alte Sohn haben zwar unmittelbar nichts mitbekommen. „Trotzdem sind sie in keiner guten seelischen Verfassung“, so die Zeugin.

Vor allem der Junge berichte bis heute davon, dass er „das Schreien der Tante“ immer wieder höre. Außerdem sehe er manchmal den Mann vor sich – mit Blutspritzern im Gesicht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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