Airport-Geschäftsführer sehen positive Zukunft

Flughafen Gipfel

DORTMUND Dem Flugverkehr in Deutschland steht eine neue Boomphase bevor. Darin sind sich die vier Airport-Geschäftsführer der Region, die in dieser Woche Gäste des ersten Flughafengipfels in der Redaktion unserer Zeitung waren, einig.

01.10.2009, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Getragen werde die Entwicklung hauptsächlich von Privatkunden. „Die Geschäftswelt verhält sich weiter abwartend“, hat Michael Garvens, Chef in Köln-Bonn, registriert. Allerdings würden auch in den Führungsetagen zunehmend Günstig-Airlines gebucht. Dies verschärfe, so Christoph Blume, vor allem den Wettbewerb zwischen Air Berlin und der Lufthansa. Letztere gehe zunehmend dazu über, innereuropäisch die Business Class aus ihren Flugzeugen zu verbannen und somit der Konkurrenz nachzueifern. Münster-Osnabrücks Geschäftsführer Gerd Stöwer machte deutlich, dass das erwartete Wachstum auch den kleineren Flughäfen zugute kommen könne. Dann nämlich, wenn die Großen – wie etwa Düsseldorf – an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Dort allerdings geht man derzeit offenbar den gegenteiligen Weg, versucht zunehmend, günstige Fluggesellschaften wie etwa easyjet an sich zu binden.

Angst macht das den anderen Airports aber nicht: „Jeder wird seine Nische finden“, so Markus Bunk. Dortmund setzte dabei ganz klar auch auf den Osteuropa-Verkehr. Eine Zusammenarbeit der Airports – etwa bei der Aufteilung von Flugzielen oder der Kundentypen – wie sie in vielen Schreiben unserer Leser im Vorfeld der Diskussion gefordert wurde, sei nicht denkbar: „Nicht zuletzt deshalb, weil nicht wir, sondern die Fluggesellschaften entscheiden, ab wo sie ihre Passagiere zu welchen Zielen bringen wollen“, so Christoph Blume.

Kritik von seinen Geschäftsführer-Kollegen musste einmal mehr Dortmunds Geschäftsführer Markus Bunk einstecken. Moniert wurden vor allem die hohen Verluste des Airports im zweistelligen Millionenbereich, die regelmäßig durch die Gesellschafter ausgeglichen würden. Dies sei Wettbewerbsverzerrung. Bunk versprach Besserung in den kommenden Jahren, einen Zeitpunkt für mögliche schwarze Zahlen nannte er aber nicht. Dies hänge zu sehr von der Genehmigung für erweiterte Startzeiten bzw. eine längere Landebahn ab. Die Lage im Dortmunder Rathaus mache ihm, so prognostizierten Bunks Kollegen, die Durchsetzung dieser Ziele nicht leichter.

Dringend warnte das Geschäftsführer-Quartett vor der Eröffnung neuer Flughäfen wie etwa in Kassel oder im niederländischen Twente. Letzterer macht besonders Münster-Osnabrück zu schaffen: „Da befürchten wir schon Abwanderungstendenzen“, so Gerd Stöwer.

Das Beispiel des Flughafens Weeze, der im August ein Passagierwachstum von 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr generieren konnte, macht keinen der vier Geschäftsführer neidisch: „In Weeze werden Verkehre mit Steuermitteln erkauft. Ryanair hat bei uns allen schon mal angeklopft. Aber zu deren Bedingungen ist kein profitables Geschäft möglich“, begründet Michael Garvens die Skepsis. „Profitables Wachstum“, so Christoph Blume – das sei es, wonach alle in den kommenden Jahren streben müssten. 

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