Aktionswoche startet: Friedensplatz als Hörsaal für Klima-Aktivisten

mlzCampus for Future

Mitten auf dem Friedensplatz haben Studierende der TU und der FH eine Klima-Vorlesung abgehalten. Sie war der Auftakt für eine Woche voller Aktionen - und die einzige analoge Veranstaltung.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 25.05.2020, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mirjam Bourgett breitete am Montag (25. Mai) pünktlich um 10 Uhr zusammen mit ihren TU-Mitstudierenden ein großes Transparent auf dem Friedensplatz aus. „Klimakrise aufhalten - tu doch was“ stand darauf.

Nachdem die Studierenden auf Klappstühlen Platz genommen hatten, nahm Bourgett ein Mikrofon in die Hand, positionierte sich hinter dem Banner und begann, durch ihre Mund-Nasen-Maske hindurch ein Statement der Scientists for Future Deutschland vorzulesen.

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Die Physikstudentin war damit Teil der Aktion „Public Climate School“. Die Studierenden der Students-for-Future-Bewegung hatten im Zuge der Coronakrise eine deutschlandweite Aktion ins Leben gerufen, die es ermöglichen sollte, allen Bürgern einen Zugang zu Klima-Bildungsveranstaltungen zu ermöglichen und sie somit wieder „näher zusammenzubringen“. Das Leitthema soll eine „ökologische und gerechte Zukunft“ sein, wie es in der Presseinformation von Campus for Future dazu heißt.

„Das ist doch wirklich ein ungewöhnliches Bild, so ein Vorlesungssaal mitten auf dem Friedensplatz“, sagt Bourgett. „So haben wir die Möglichkeit, jeden Menschen mit einem so wichtigen Thema anzusprechen statt bloß die in Hörsälen abgeschotteten Studierenden.“

Die Studierenden wollen so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimakrise für alle Menschen zugänglich machen.

Zeitgleich zu Bourgetts Vorlesung um 10 Uhr liefen am Montag in 15 weiteren deutschen Städten Freiluft-Vorlesungen ab.

Online-Kalender mit Streaming-Angeboten

Einige hatten das Gründungs-Statement von Scientists for Future zum Inhalt. Die konzertierte Aktion war der Auftakt zur „Digitalen Public Climate School“, einer offenen „Klima-Uni für alle“. Noch bis zum 29. Mai gibt es online einen Kalender, der voll ist mit digitalen Angeboten zum Thema Klima. Die Streams, die man darüber erreicht, reichen von „Reisen ohne Flugzeug“ bis „Datteln 4“ und einem veganen Kochkurs.

Auch die Dortmunder Gruppe beteiligt sich am Programm. So spricht unter anderem am Mittwoch (27.5.) um 14 Uhr Claudia Gärtner von der TU Dortmund über „Klima und Christentum“.

„Gewünscht hätten wir uns, dass die Vorlesung ein Mitglied der Scientists for Future Dortmund hält“, sagt Bourgett etwas nervös, kurz bevor sie das Mikrofon in die Hand nimmt. Diese Kooperation sei zeitlich aber nicht mehr möglich gewesen.

Während der Vorlesung, die entsprechend der Richtlinien zum Corona-Infektionsschutz stattfand, machte der eine oder andere Passant vor den Studierenden halt, um sich entweder des Themas anzunehmen oder bloß einen prüfenden Blick auf das Transparent zu erhaschen. Viele kamen aber nicht vorbei. Und so blieb die kleine Gruppe an Studierenden unter sich.

Hinweis: Wir haben diesen Text am 26. Mai um 12 Uhr aktualisiert.

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