Alarmierende Lage: Hauptbahnhof Dortmund wird zur Waffenverbotszone

Bundespolizei

Der Anteil der Menschen mit Waffen und anderen gefährlichen Gegenständen ist im Hauptbahnhof auffallend gestiegen. Das berichtet die Bundespolizei - und kündigt einen besonderen Einsatz an.

Dortmund

, 16.04.2021, 06:10 Uhr
Die Bundespolizei kontrolliert im Hauptbahnhof bald ein neues Waffenverbot.

Die Bundespolizei kontrolliert im Hauptbahnhof bald ein neues Waffenverbot. © Archiv

Wenn weniger Menschen unterwegs sind, sollten auch weniger bewaffnete Gestalten auf den Straßen sein - dürfte man meinen. Die Dortmunder Bundespolizei macht aktuell aber eine andere Beobachtung.

„Obwohl wegen der Pandemie weniger Pendler- und weniger Partyverkehr unterwegs ist, ist die Zahl der Menschen mit Waffen oder anderen gefährlichen Gegenständen stabil geblieben“, sagt Sprecher Hendric Bagert. Das stelle die Bundespolizei aktuell im gesamten östlichen Ruhrgebiet fest. Der Anteil der bewaffneten Menschen unter allen Passanten ist also auffallend gestiegen.

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Um ein Zeichen gegen die Besitzer dieser Dinge zu setzen, wird der Hauptbahnhof Dortmund nun zur temporären Waffenverbotszone. Von Mittwoch bis zum Montagmorgen (21. bis 26. April) gilt das Verbot jeweils von 14 bis 6 Uhr. Beispielsweise darf dann niemand ein Messer im Bahnhof bei sich haben.

Der Bereich der Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof ist vom Verbot ausgenommen. In der sogenannten Allgemeinverfügung der Maßnahme ist zum Beispiel auch ausdrücklich erwähnt, dass im Bahnhof ansässige Gastronomieunternehmen ihre Messer durchaus nutzen dürfen. Spielzeugwaffen oder Baseballschläger sind aber verboten.

Die Maßnahme gilt gleichzeitig auch in Bochum und Hagen

Die Behörde schafft sich so die Möglichkeit, bei Verstößen Sanktionen gegen die Besitzer zu verhängen. Manche gefährliche Gegenstände darf man schließlich normalerweise problemlos mit sich führen. „Zuwiderhandlungen gegen das Verbot können mit einem Platzverweis, Haus- und Beförderungsverbot sowie Zwangsgeld geahndet werden“, heißt es von der Bundespolizei. Eine konkrete Summe wird nicht genannt, verstärkte Kontrollen werden angekündigt.

Die Maßnahme gilt gleichzeitig auch an den Hauptbahnhöfen in Bochum und Hagen. Im zweiten Halbjahr 2020 registrierten die Beamten an den drei Standorten „eine hohe zweistellige Zahl an Fällen, in denen Waffen eingesetzt oder mitgeführt worden sind“. Einsatzkräfte stellten Messer in verschiedenen Größen und Ausführungen, aber auch andere Gegenstände wie beispielsweise Schraubendreher, sicher.

Im Januar ist dieses Mittel der Waffenverbotszone bereits in Essen, Gelsenkirchen und Mülheim eingesetzt worden. Auch der Hauptbahnhof Dortmund ist in der Vergangenheit bereits zur Waffenverbotszone ernannt worden.

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