Allensteiner Straße weckt Erinnerungen an die alte Heimat

Straßennamen in Huckarde

In Huckarde gibt es eine ganze Siedlung, deren Straßen nach Orten in Ostpreußen benannt sind: Insterburgstraße, Ortelsburger Straße, Memel. Auch die Allensteiner Straße gehört dazu.

Huckarde

, 20.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Allensteiner Straße weckt Erinnerungen an die alte Heimat

Die Allensteiner Straße verweist wie viele andere Straßennamen in der Nähe auf eine Stadt in Ostpreußen. Heute heißt die Stadt Olsztyn und ist polnisch. © Irene Steiner

Ostpreußen war von 1878 bis 1945 die östlichste preußische Provinz und umfasste einen großen Teil der historischen Landschaft Preußens. Viele Ostpreußen kamen Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre nach Dortmund. Als Flüchtlinge mussten sie ihre ostpreußische Heimat verlassen, in der wieder auflebenden Montanindustrie fanden sie Arbeit. 1945 lebten nur noch rund 340.000 Menschen in Dortmund, Zuzug aus dem Umland und der Zuzug von Vertriebenen unter anderem aus deutschen Ostgebieten wie Ostpreußen ließen die Bevölkerungszahlen sprunghaft ansteigen.

Allenstein heißt heute Olsztyn

Die Straßennamen sind damit für viele Dortmunder auch Erinnerungen an eine Heimat, die die Familie durch den Zweiten Weltkrieg verloren hatte. Heute tragen die ostrpreußischen Städte polnische Namen. Allenstein heißt Olsztyn und liegt an dem Fluss Alle. 1348 wurde die Stadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit verdienten die Menschen ihren Lebensunterhalt mit Holzflößen, Leinen- und Fischhandel. Im 18. Jahrhundert führten Kriege und eine Pestepidemie zum Niedergang der Stadt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts ging es durch den Anschluss der Stadt an die Eisenbahnlinien wirtschaftlich wieder aufwärts.

Anfang 1945 flüchteten die meisten Einwohner der Stadt vor der heranrückenden Front. Die Rote Armee nahm die Stadt am 22. Januar kampflos ein.

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