Als BVB-Trainer Max Merkel seinen Spieler Charly Schütz beim Bund besuchte

mlzMax Merkel

Immer wenn Karlheinz Redder dieses Bundeswehr-Foto aus dem Portemonnaie zieht, sind seine alten Klassenkameraden begeistert: Denn der Dorstfelder robbte mit einem BVB-Star für Deutschland.

Dorstfeld

, 10.04.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr in dem Karlheinz Redder aus der Gutenberg-Volksschule entlassen wurde ist Legende: 1954: Helmut Rahn schießt Deutschland zum Fußball-Weltmeistertitel und Lehrer Budde schickt Karlheinz Redder und seine Klassenkameraden durch das Schultor ins Leben.

„Ist lange her“, sagt der Dorstfelder. Am Hellweg hat er damals gewohnt. „Heute ist dort ein Gewerbegebiet. Ein Schulkollege machte dort später ein Autohaus auf. Günter Böckenkamp. Leider lebt er nicht mehr.“ So wie einige von Redders Mitschülern. „Wir sind nur noch 19 von einst über 30 Mann“, berichtet der Senior, der seit Jahren die Klassentreffen organisiert. „Aber es kommen nur 15. Drei sind krank und einer kann nicht.“ Wie das so ist bei Klassentreffen.

„In diesem Jahr werden wir alle 80 Jahre alt“

Seit 2004 treffen sich die ehemaligen alle zwei Jahre. Das Treffen am Freitag war ein ganz besonderes. Stolze 65 Jahre nach der Schulentlassung. „Wir sind alle Jahrgang 1939“, berichtet Redder. „In diesem Jahr werden wir alle 80 Jahre alt.“

Und natürlich werden dann die alten Geschichten erzählt. Geschichten aus einer Zeit, in der eigentlich alles ganz anders war als heute.

Karlheinz Redder (vorn 2. v. l.) mit seinen Mitschülern beim Klassentreffen am Samstag im Haus Schmidt am Wilhelmplatz. Thema Nr. 1 war wie so oft der BVB und diesmal natürlich die schlimme Klatsche gegen Bayern München.

Karlheinz Redder (vorn 2. v. l.) mit seinen Mitschülern beim Klassentreffen am Samstag im Haus Schmidt am Wilhelmplatz. Thema Nr. 1 war wie so oft der BVB und diesmal natürlich die schlimme Klatsche gegen Bayern München. © Schütze

„Damals sind wir bei Wind und Wetter vom Hellweg ins Dorstfelder Unterdorf zur Schule gelaufen. Heute werden die Kinder mit dem Auto gebracht“, sagt Redder, der direkt neben der Funke-Grundschule wohnt. Schlimm findet der Senior das nicht. Im Gegenteil: „Früher waren die Sitten viel strenger. Ich weiß das noch. Als Jugendliche waren wir natürlich vom Rock ´n´ Roll begeistert. An den Wochenenden haben wir uns auf der Brückstraße getroffen. Irgendwann hat mal ein Pärchen auf der Straße getanzt. Da gab es sofort Ärger. Heute würde das niemanden mehr stören.“

Trainer Max Merkel wollte wissen, wie es seinem Spieler geht

Wenn sich Redder an diese Zeit zurück erinnert, zückt er auch immer ein altes Foto. Es zeigt vier Soldaten bei der Bundeswehr.

„Links bin ich und daneben Jürgen genannt Charly Schütz vom BVB“, erklärt er. „Ich war damals mit der BVB-Legende auf der selben Stube. Beinahe wäre auch noch Timo Konietzka bei uns gelandet.“

Starke Truppe: Karlheinz Redder (l.) mit Jürgen (Charly) Schütz (2.v.l.) und zwei weitere Kameraden bei der Bundeswehr.

Starke Truppe: Karlheinz Redder (l.) mit Jürgen (Charly) Schütz (2.v.l.) und zwei weitere Kameraden bei der Bundeswehr. © Redder

Dazu kam es nicht, aber dafür zu einer Begegnung, von der Redder immer wieder gern erzählt. „Eines Tages bekam der Dieter Besuch von seinem Trainer. Das war damals Max Merkel. Der hat einfach mal vorbeigeschaut um sich zu informieren, wie es seinem Spieler geht.“

Wie die meisten Klassenkameraden ist Redder Dortmund immer treu geblieben. Und natürlich auch dem BVB. „Ab und an nimmt mich mein Sohn mit ins Stadion. Und wenn die Jungs gewinnen, dann trinke ich mir ein Glas Bier.“

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