Alternative zum Homeoffice – Coworking-Räume sind in Dortmund gefragt

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Das gemeinsame Arbeiten in gemieteten Coworking-Räumen ist beliebt. In Corona-Zeiten soll das unterbleiben. Trotzdem sind diese Arbeitsplätze gerade jetzt hilfreich.

Dortmund

, 02.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Coworking Spaces bieten voll ausgestattete Arbeitsplätze und Infrastruktur auf Zeit und zur Miete. Firmengründer, Freiberufler und Kreative nutzen gern die weitgehend offenen Räume mit coolem Ambiente, Kaffeeautomat und Obstkorb. Kontakt und Austausch gehören zur Grundidee des Coworking. Genau das sollte aber in Zeiten des Coronavirus vermieden werden.

Dafür können die Miet-Arbeitsräume aber eine gefragte Alternative zum Homeoffice bieten. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit und die Infrastruktur, sein Büro in die eigene Wohnung zu verlegen. Manchen fehlt das Equipment, ein leistungsfähiges Internet oder schlicht der Platz, um ungestört arbeiten zu können.

„Wir hatten schon einige Anfragen“, sagt Tim Schabsky, der gemeinsam mit seiner Frau Dörte das Unternehmen Work Inns führt, mittlerweile der größte Coworking-Anbieter im Ruhrgebiet, wie er sagt.

Für kurzfristige Buchungen stehen in Dortmund noch einige wenige Büros zur Verfügung, an anderen Standorten sei es etwas entspannter.

Neun Work Inn gibt es mittlerweile im Ruhrgebiet, vier davon in Dortmund. Natürlich haben sich die Bedingungen durch Corona auch dort überall verändert. Es sei deutlich ruhiger als üblich, sagt Tim Schabsky.

Der Büro-Vermieter hat seinen Kunden wegen der Krise ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt. „Es haben aber die wenigsten genutzt.“

Einige sind auf die Coworkings Spaces angewiesen

Auch bei „rent24 Coworking Spaces“ im Hansahaus in der City läuft der Betrieb weiter, ebenfalls mit Einschränkungen und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. 70 Standorte hat rent24 auf mehreren Kontinenten. Robert Bukvic, Gründer und Geschäftsführer, verweist auf die Menschen, die aus privaten oder beruflichen Gründen kein Homeoffice machen können.

Coworking-Anbieter setzten jetzt auch auf Einzelbüros.

Coworking-Anbieter setzten jetzt auch auf Einzelbüros. © Anke Sundermeier

„Einige fühlen sich in ihrer Existenz bedroht und sind darauf angewiesen, von ihrem Büro aus zu arbeiten. Diesen Personen möchten wir den Zugang zu unseren Spaces auch weiterhin ermöglichen“, sagt er. Alle Mieter müssen Sicherheitsabstände einhalten und größere Versammlungen vermeiden. „Veranstaltungen wurden auf ein Minimum reduziert“, so Bukvic.

Einige Mieter des Work Inn in der Innenstadt, am TU-Campus, Hafen und an der Stadtkrone-Ost haben Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Die verbliebenen Coworking-Gäste verteilen sich nun großzügig auf die Räume, viele nutzen jetzt Einzelbüros.

Momentan sind Einzelbüros gefragt.

Momentan sind Einzelbüros gefragt. © Anke Sundermeier

Ganz zu schließen, war für die Schabskys keine Option: „Aus betrieblichen oder privaten Gründen kann nicht jeder einfach auf eine Homeoffice-Lösung setzen. Die Entscheidung über den konkreten Umgang mit der Krisensituation liegt bei den Selbstständigen und Unternehmen selbst. Wir können eine ohnehin angespannte Situation nicht noch weiter verschlimmern, indem wir die Community prophylaktisch aussperren“, teilen sie mit.

Gemeinschaftsveranstaltungen finden nicht mehr statt

Deshalb läuft der Betrieb mit Einschränkungen weiter. Externe Seminarraum-Buchungen nimmt Work Inn aber nicht mehr an, auch Events und gemeinsame Unternehmungen sind abgesagt.

Darüberhinaus gelten wie überall besondere Hygienevorschriften und Reinigungsmaßnahmen, der Obstkorb ist vorerst verschwunden. Kontakte und Zusammenarbeit finden nur noch virtuell statt.

„Der Community-Gedanke bleibt erhalten“, sagt Tim Schabsky. Und hofft, dass einige, die jetzt während der Krise in die Miet-Räume ausgelagert wurden, Geschmack finden an dem Arbeitsmodell.

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