An den Großgaragen am Remberg entstehen doch keine Fotovoltaikanlagen

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Dachbegrünung oder Fotovoltaik: Die Dächer der „Großraumgaragen Dortmund“ sollten ökologisch genutzt werden. Das klappt nun doch nicht.

von Alexandra Wachelau

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, 12.02.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Großraumgaragen Dortmund“ am Remberg sind die „größte Anlage außerhalb der USA“, zumindest nach Angaben des Eigentümers. Die Garagenreihen ziehen sich über das frühere Zechenareal „Freie Vogel“ und es gab Pläne, die Garagendächer zu nutzen.

Der Antrag, der Anfang 2019 gestellt wurde, sah die Installation von Fotovoltaikanlagen oder eine Begrünung auf den Garagendächern vor. Fraktionsvorsitzende Ingeborg Milde (CDU) begründet das so: „Für die ökologische Nutzung der Flächen haben wir bei den Eigentümern eine der beiden Möglichkeiten beantragt.“

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Bisher sind jedoch weder Pflanzen noch Solarzellen auf den Garagendächern zu sehen. Im August 2019 hakte die Bezirksvertretung nach.

Das Ergebnis: Fotovoltaikanlagen könnten nur mit Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Vorschrift erhoben werden, schreibt Planungsdezernent Ludger Wilde an die Bezirksvertretung.

Das war hier nicht der Fall. „Eine normative Regelung zur Durchsetzung der Dachbegrünung als auch Photovoltaikanlagen war bei diesem Vorhaben baurechtlich daher nicht zulässig“, heißt es.

Die Anlage ist auf dem früheren Zechenareal „Freie Vogel“ am Remberg entstanden.

Die Anlage ist auf dem früheren Zechenareal „Freie Vogel“ am Remberg entstanden. © Investor (A)

Die Fotovoltaikanlagen wurden beim Bau der Garagen eingeplant

Nun hat sich der Eigentümer der Garagen-Anlagen geäußert. Dr. Alexander Rether arbeitet mit seiner Frau seit Jahren an den Großraumgaragen. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Bezirksvertretung Aplerbeck habe sich in der Vergangenheit als erfolgreich herausgestellt. „Wir haben beispielsweise ein unterirdisches Regenrückhaltebecken angelegt und die Fläche vor dem Umbau komplett revitalisiert“, sagt Rether.

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Dass nun die Fotovoltaikanlagen nicht angebracht werden können, sei für ihn selbst „sehr ärgerlich“. „Wir haben wirklich alles gegeben, was möglich war, um die Anlage ökologisch herzurichten“, sagt der Eigentümer. Auch Fotovoltaikanlagen gegenüber sei man nicht abgeneigt gewesen – im Gegenteil: „Wir hatten dafür sogar die statischen Voraussetzungen schon beim Bau der Gebäude geschaffen“, sagt Rether.

Probleme mit Do-Netz sind der Grund

Nun gebe es jedoch „Sorgen“ mit dem Netzbetreiber Do-Netz. Auf den Unternehmer kommen durch einen Stromtrafo nicht eingeplante Kosten zu, der laut Do-Netz zur Stromversorgung des Gebäudes angebracht werden muss.

Auch die Fotovoltaikelemente würden laut Rether mehr Probleme darstellen als lösen: Neben den hohen Investitionskosten seien beispielsweise Leistung und Verschleiß von den Anlagen für sein Unternehmen auf die Dauer „nicht sicher kalkulierbar“.

„Wir haben es intensiv geprüft, und ich bedaure es sehr, aber die Fotovoltaik ist momentan für uns keine realistische Option“, sagt Rether.

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Dennoch, betont der Unternehmer, sei dem Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit wichtig: „Wir sind der Meinung, dass wir mit der schonenden, umweltgerechten Aufarbeitung eines ehemaligen Industrieareals einen Beitrag zum Umweltschutz leisten konnten.“

Hinweis: Wir haben diesen Text am 6. März 2020 überarbeitet. Zuvor war ein direktes Zitat von Ludger Wilde, in dem es um die baurechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen geht, verkürzt und im falschen Zusammenhang dargestellt. Das war nicht korrekt. Zudem haben wir ein indirektes Zitat so platziert, dass es Herrn Wilde zugewiesen werden konnte. Das war falsch. Wir bitten Sie, diese Fehler zu entschuldigen.

Die Garagen am Remberg

  • Die Großgaragen Dortmund sind seit April 2018 auf dem früheren Zechenareal „Freie Vogel“ am Remberg, neben der B236, angesiedelt.
  • Die Fläche der Anlage beträgt 2,3 Hektar. Neben Bau- und Logistikfirmen werden die Garagenanlagen in der Nähe des Phoenix-Sees auch von Privatpersonen genutzt, beispielsweise für Oldtimer und Wohnmobile, die im öffentlichen Raum keinen Platz finden.
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