An der Hauptschule Husen setzt der Neue auf ein positives Schulklima und Gelassenheit

mlzNeuer Schulleiter

Dirk Bresinsky ist neuer Leiter der Katholischen Hauptschule Husen. Er sieht sich als Lehrer, Sozialarbeiter – und Freund.

Husen

, 25.02.2019, 11:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Katholische Hauptschule Husen an der Husener Eichwaldstraße 270 hat seit dem 3. Dezember 2018 einen neuen Chef: Dirk Bresinsky (37). Nach dem Mathe- und Physik-Studium an der TU Dortmund hat er zunächst sein Referendariat an der Anne-Frank-Realschule in Unna-Königsborn absolviert.

Danach ist er zur mittlerweile geschlossenen Hauptschule am Windmühlenberg in Werne gewechselt, wo er sechs Jahre blieb und zum Teil schon mit Schulleiteraufgabe betraut war – wie dem Erstellen von Stunden- und Vertretungsplänen.

Zwischendurch einen Bürojob erledigt

Nächste Station war die QUA-LiS (die Qualitäts- und Unterstützungsagentur – Landesinstitut für Schule des Landes Nordrhein-Westfalen in Soest) mit einem reinen Bürojob, bevor es ihn zurück in die Schule zog. „Ich spürte einfach, dass ich wieder den Kontakt zu Schülern wollte“, sagt er. Nach einem kurzen Intermezzo an der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule in Schwerte, trat er nun die Stelle in Husen an.

Sein erster Eindruck nach knapp drei Monaten: „Wir haben hier ganz tolle Kinder und Lehrer.“ Natürlich sei man an einer Hauptschule nicht einfach nur Lehrer, der den Kindern Wissen eintrichtert, sondern gleichzeitig Freund und Sozialarbeiter.

Ein solcher Job sei enorm anstrengend (Bresinsky: „Ich bin froh, wenn abends irgendein langweiliges Fußballspiel im Fernsehen kommt und ich in der ersten Halbzeit einschlafen kann“), aber zugleich auch enorm bereichernd.

Hauptschule bietet mehr Freiräume

Eine Hauptschule biete wegen ihres im Vergleich zu anderen Schulformen nicht ganz so eng gefassten Lehrplans viele Freiräume, die es zu nutzen gelte. Zum Beispiel mit einem Unterricht, in dem die Schüler ganz viel mit ihren Händen tun dürfen. Für Mathe zum Beispiel habe er viele Dinge zum Anfassen, mit denen der den Lehrstoff besser veranschaulichen könne als mit einem Tafelbild.

Sein Ziel sei es, möglichst allen Schülern zu einem Abschluss zu verhelfen. Momentan gebe er zusätzlich zu seiner Schulleitertätigkeit auch noch 16 Wochenstunden Unterricht, um alle Schüler persönlich kennenzulernen. Gottseidank habe er mit Claudia Sutherland eine sehr erfahrene Stellvertreterin an seiner Seite. Sie hatte die Schule einige Zeit kommissarisch geleitet.

„Die meisten Probleme lassen sich in Gesprächen lösen“

Sicherlich müsse man an einer solchen Schule auch eine gewisse Frustrationstoleranz haben. Nicht jeder Schüler sei jeden Tag lieb und nett, aber mit einer guten Portion Gelassenheit sowie mit vielen Gesprächen mit Eltern und Kindern ließen sich die meisten Probleme lösen, so Bresinsky.

In seiner künftigen Arbeit setze er auf drei Bausteine:

  • ein gutes Schulklima: Kinder und Lehrer sollen gerne zur Schule kommen. Zumindest sollen die Kinder keine Angst haben zu kommen. Wer auf einer Hauptschule sei, habe aller Wahrscheinlichkeit nach keine gute Grundschulzeit erlebt. Er wolle versuchen, dafür zu sorgen, dass die Kinder wieder Spaß am Lernen haben. Dazu seien auch klare Absprachen und Regeln nötig. Bei der Hauptschule Husen müsse er da nicht bei Null anfangen. Er habe ein sehr engagiertes Kollegium, das auch in der Vergangenheit schon einen hervorragenden Job gemacht habe.
  • Erfolgreiches Lernen ermöglichen: Der Unterricht müsse handlungsorientiert sein. Und er müsse individueller werden. Jedes Kind habe seine eigenen Stärken und Schwächen, Probleme und Erfolgserlebnisse. Das erfordere viel Flexibilität vom Lehrer. Vielleicht müsse man sich von klassischen Unterrichtsmodellen etwas verabschieden und stattdessen mehr in Projekten denken.
  • Außerunterrichtliche Aktivitäten: Klassenfahrten zum Beispiel seien enorm wichtig, um den Teamgeist zu stärken. Er erinnere sich an eine frühere Klassenfahrt (nicht an der Hauptschule Husen), die in die Alpen führte. Hinter München sei es plötzlich ganz still im Bus geworden. Die Kinder klebten an den Busfenstern, weil sie noch nie zuvor die Berge gesehen hatten. Das seien dann die Momente, die auch ihm als Lehrer enorm viel Kraft geben, sagt Dirk Bresinsky. Gleiches gelte für das erste Eislaufen mit Flüchtlingskindern zum Beispiel aus Syrien.

Auch die Berufsorientierung gehöre in diesen Bereich – so wie neulich ein Besuch des jobtec-Projektes, bei dem den Schülern in einem Parcours verschiedene Berufe vorgestellt wurden.

Dirk Bresinsky ist verheiratet, hat einen achtjährigen Sohn sowie eine sechsjährige Tochter und wohnt in Holzwickede. Er spielt gerne Fußball und ist Fan des 1. FC Köln, was im Kollegium für einiges Stirnrunzeln gesorgt habe. Außerdem grillt er gerne.

Die Katholische Hauptschule Husen ist eine Bekenntnisschule, das heißt, sie bekennt sich zum katholischen Glauben. Träger ist jedoch nicht die Katholische Kirche, sondern die Stadt Dortmund. Für die Schüler hat das im Schulalltag lediglich zur Folge, dass sie am Religionsunterricht teilnehmen müssen.
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