An der Stadtkrone Ost wurden 2017 alle Kastanien gefällt - neue Bäume gibt es nicht

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Über 70 Baumscheiben warten an der Straße Londoner Bogen auf einen neuen Inhalt. Die jungen Bäume, die dort standen, sind weg. Die Frage ist jetzt: Kommen neue Bäume und wenn ja, welche?

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, 22.03.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angefangen hat das Desaster Ende 2017. Ein Bakterium mit dem schwierigen Namen Pseudomonas syrinage befällt die jungen Kastanien an der Straße Londoner Bogen und breitet sich in den Bäumen aus. Die haben keine Chance. Das Bakterium schwächt den Baum, die Folge ist Pilzbefall und der Baum stirbt ab.

Das Problem an der Sache: das Bakterium greift nur Kastanien an. Und da am Londoner Bogen nur solche standen, mussten alle gefällt werden. Wie gesagt, Ende 2017. Wer nun aber dachte, dass hier zügig nachgepflanzt wird, der sah sich getäuscht.

Anwohner und Politiker sind sauer

Weit und breit ist kein neuer Baum zu sehen. Die Baumscheiben, die die Pflanzen aufnehmen sollen, wuchern langsam zu. Lediglich an den Baumstümpfen ist noch zu erkennen, dass hier einmal Kastanien standen.

Gut sind die leeren Baumscheiben links und rechts der Fahrbahn zu sehen.

Gut sind die leeren Baumscheiben links und rechts der Fahrbahn zu sehen. © Jörg Bauerfeld

Eine Situation, die nicht nur bei den Anwohnern die Zornesader anschwellen lässt. Auch die Aplerbecker Politik hat langsam die Nase voll von den leeren Baumscheiben. Um der Sache mit der Nachpflanzung etwas Nachdruck zu verleihen, hat die Bezirksvertretung (BV) Aplerbeck nun auf Antrag der Grünen eine Anfrage an die Stadt gestellt. Sie fragt, was denn nun wird mit den Bäumen.

„Uns ist 2017 in der Bezirksvertretung vorgestellt worden, dass hier alle Bäume gefällt werden müssen, da sie krank seien“, sagt Barbara Blotenberg (Grüne). „Damals kam die Aussage, sie werden nachgepflanzt“. Jetzt wird in Aplerbeck befürchtet, dass die Finanzierung nicht gesichert ist. Dass also die Nachpflanzung auf der Kippe steht und es nichts wird mit den jungen Bäumen.

Es liegt nicht an fehlenden finanziellen Mitteln

„Wenn dem so ist, dann hätte ich mir von der Stadt gewünscht, dass die Bezirksvertretung informiert wird und wir die Möglichkeit haben, die neuen Bäume vielleicht aus dem BV-Haushalt zumindest mitzufinanzieren“, sagt Barbara Blotenberg.

Am Geld scheint es aber nicht zu liegen, wie Stadtpressesprecher Maximilian Löchter auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. „Die Finanzierung der Nachpflanzung, des Wurzelschutzes und der Bodenertüchtigung ist vollumfänglich gesichert. Die entsprechenden Ausschreibungen werden ebenfalls vorbereitet.“

Auch eine Antwort auf die Frage, warum die ganze Aktion so lange dauert, hat die Stadt aus ihrer Sicht parat. Die Antwort, die nicht erklärt, was im vergangenen Jahr passiert ist, gibt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund: „Die Nachpflanzungen im Londoner Bogen werden zurzeit intensiv mit den Versorgungsträgern, der Neubauabteilung und der Unterhaltungsabteilung des Tiefbauamtes abgestimmt. Da die gesamten Baumstandorte vollständig saniert werden müssen, können die zukünftigen Jungbäume nicht einfach so in die Baumscheiben gepflanzt werden“.

Unter den Baumscheiben könnten Versorgungsleitungen liegen

Der jetzige Zustand des vorhandenen Substrats in den Baumscheiben lasse ein nachhaltiges Anwachsen nicht zu. Und dann sind da ja auch noch die Versorgungsleitungen, die in der Straße und somit auch in den Baumscheiben, verlegt sind. So könne es sein, dass diese Leitungen gegebenenfalls geschützt werden müssten.

Eine Antwort, die die Grünen-Politiker den Kopf schütteln lässt. Denn schließlich hätten die Leitungen auch schon dort gelegen, als die Kastanien gepflanzt worden seien.

Apropos Kastanien. Die werden auf keinen Fall wieder an der Straße Londoner Bogen auftauchen. „Bei der Auswahl der Baumsorte werden sowohl stadtklimatische und gestalterische Faktoren beachtet“, sagt Sylvia Uehlendahl. „Als Auswahlgrundlage hat die Stadt Dortmund hierzu ämterübergreifend eine Liste mit Zukunftsbaumsorten erarbeitet.“

Das bedeutet - es steht noch nicht fest, was für Bäume einmal den Londoner Bogen schmücken werden. Dass welche kommen, ist laut Stadt aber sicher. „Alle Arbeiten sind für 2019 projektiert, sodass die Nachpflanzung in der Pflanzperiode 2019/20 durchgeführt wird“, sagt Sylvia Uehlendahl.

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