An St. Clara bröckelt der Stein

10.09.2007, 11:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Süden Die Kirchen sind nicht nur am Tag des offenen Denkmals und auch außerhalb der Gottesdienst-Zeiten beliebte Ziele von Besuchern. Aber am Sonntag gaben sich die kunsthistorisch Interessierten zu den Führungszeiten im Dortmunder Süden die Klinke in die Hand.

Non-Stop, jeweils nur von einem viertelstündigen Orgelkonzert unterbrochen, führte Heimatforscher Willi Garth durch die Stiftskirche St. Clara. Und die hat besondere Probleme:

Gurtbögen gerissen

Die zehn steinernen Gurtbögen an der Nord- und Südseite der Kirche sind überraschend gerissen. Hinter den Bogenmauern hat sich der Stein gelöst. Die Schäden müssten schnellstmöglich behoben werden; veranschlagt sind dafür rund 500 000 Euro. Beim Tag des offenen Denkmals sammelte die Gemeinde für die Restaurierung.

Besonders die Kasel aus dem 15. Jahrhundert lockte viele Besucher in St. Clara. Das kostbare und prunkvolle Messgewand ist sonst an einem geheimen Ort versteckt. Nonnen haben es mit vergoldeten Därmen von Ziegen und Katzen bestickt.

Die Kirchenfenster - besonders das mit den zwei Hunden, die in eine Milchflasche urinieren - werden die Besucher wohl künftig anders betrachten. Und sie werden stolz sein auf Hörder Schätze wie das Epitaph des Diedrich von der Mark. Es soll das einzige Dortmunder Denkmal sein, das den Verstorbenen plastisch zeigt, so Garth. Der Sonntagnachmittag war auch eine schöne Gelegenheit, die große Stockmann-Orgel in der Stiftskirche wieder einmal zu hören. Viel zu selten gespielt wird das Instrument.

Kontraste an der Orgel

Prof. Heinrich Korte hatte zwischen den Führungen ein kontrastreiches Programm zusammengestellt - auch mit Klassik-Hits wie der berühmten Air von Bach.

Auch in der Alten Kirche Wellinghofen, in St. Peter Syburg, der Georgskirche in Aplerbeck, der schönen Margarethenkapelle in Eichlinghofen, in der Hörder Luther- und Herz-Jesu-Kirche und in der "Heiligen Familie" Brünninghausen erlebten viele Besucher die Kirchen als Museen mit Kunstschätzen, die voller waren als bei manchem Gottesdienst. JG

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