Bundesweit bekannter CDU-Politiker will Dortmunder Oberbürgermeister werden

mlzKommunalwahl 2020

Das Rätselraten ist beendet: Dr. Andreas Hollstein soll Oberbürgermeister-Kandidat der CDU in Dortmund werden. Ein dramatischer Vorfall hatte den Bürgermeister von Altena bekannt gemacht.

Dortmund

, 20.11.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monatelang hat Steffen Kanitz, Parteivorsitzender der Dortmunder CDU, nach einer Oberbürgermeisterkandidatin für die nächste Kommunalwahl im September 2020 gesucht. Mehrere waren in der engeren Auswahl. Doch dann erschien ein Mann auf der Bildfläche, der bereit ist, seinen Hut in den Ring zu werfen.

Der 56-Jährige ist kein Unbekannter. Man hat ihn in jüngster Zeit häufiger in Talkshows gesehen: Dr. Andreas Hollstein, seit 20 Jahren hauptamtlicher Bürgermeister in seiner Heimatstadt Altena im Sauerland.

Man kennt ihn auch außerhalb Altenas, nachdem er am 27. November 2017 wegen seiner liberalen Flüchtlingspolitik von einem Bürger aus Altena mit einem Messer in einem Döner-Imbiss niedergestochen worden war und eine etwa drei Zentimeter lange Wunde am Hals davontrug. Hollstein hatte in Altena 40 Prozent mehr Flüchtlinge aufgenommen, als die Stadt laut Verteilungsschlüssel hätte versorgen müssen.

Im September Rückzug aus Altena erklärt

In Talkshows erzählte Hollstein von dem Messerangriff und was das mit ihm und seiner sechsköpfigen Familie gemacht habe. Noch immer erhält er Drohungen über soziale Kanäle. Doch das sei nicht der Grund, warum er 2020 nicht mehr für das höchste Amt in Altena kandidieren möchte, sagte Hollstein, als er im September diese Entscheidung erstmals öffentlich erklärte. Er strebe nach Oktober 2020 eine neue Aufgabe „in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft an“.

Nun also die Kandidatur in Dortmund – sofern die Partei dem Vorschlag ihrer Spitze folgt. Doch davon ist auszugehen. Am Montagabend (18. November) hat sich der Lenkungskreis zur Kandidatensuche für Hollstein entschieden. Am Montag (25. November) stellt er sich im Kreisvorstand und der Vorsitzendenkonferenz vor, die ihn offiziell nominieren muss.

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Parteichef Steffen Kanitz bestätigte den Namen Hollsteins auf Anfrage, wollte sich aber aus Respekt vor den Parteigremien nicht weiter äußern. Nur so viel: „Wir halten Andreas Hollstein für einen äußerst geeigneten Kandidaten und sind froh, dass er sich für eine Kandidatur in Dortmund entschieden hat.“

Schon vier Bürgermeister-Wahlen gewonnen

Hollstein verfügt über 20 Jahre Verwaltungserfahrung und kann Wahlen gewinnen. 1999, 2004, 2009 und 2014 wurde der Jurist mit Wahlergebnissen zwischen 58 und 69 Prozent jeweils im ersten Wahlgang zum hauptamtlichen Bürgermeister Altenas gewählt.

Dortmund zählt für Andreas Hollstein zu den „Top 10 der deutschen Städte“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion. Dortmund sei wie Altena eine Arbeiterstadt, wenn auch „höher skaliert“.

Hollstein kennt die Stadt – ob von Besuchen der Westfalenhalle, des Konzerthauses oder vom Einkaufen: „Dortmund ist keine Blackbox für mich, sondern als Oberzentrum in meinem Leben immer präsent gewesen.“ Auch mit den Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten etwa für Städtebau stehe er in Kontakt.“

„Ich bin Sportler“

„Ich gehe sicher nicht als Favorit ins Rennen“, sagt er, doch er könne Wähler gut bündeln, sei auch für Wähler außerhalb der CDU wählbar. Hollstein: „Ich bin Sportler. Wer am Ende durchs Ziel geht, entscheiden die Dortmunder. Und selbst, wenn es reicht, muss man nachher überzeugen.“

Hollstein gilt als Mann, der versöhnt statt zu spalten. Als er in Altena seine Entscheidung verkündete, nicht mehr zu kandidieren, seien dort Tränen geflossen, berichtete der Westfälische Anzeiger.

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