Angehende Notärzte probten den Ernstfall

Am Ausbildungszentrum

58 angehende Notärzte probten am Samstag den Ernstfall. Am Ausbildungszentrum der Feuerwehr wurde sehr realitätsnah ein schwerer Unfall nachgestellt.

DORTMUND

17.04.2011, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angehende Notärzte probten am Samstag den Ernstfall.

Angehende Notärzte probten am Samstag den Ernstfall.

Die Sirenen heulen. Feuerwehr, Notarztwagen und ein Krankenwagen halten mit quietschenden Reifen. Was ist passiert? Zwei Autos sind ineinander gekracht. Sieben Insassen sind verletzt, zwei schwer. Der Unfallort: das Ausbildungszentrum der Feuerwehr. Denn zum Glück handelt es sich um ein nachgestelltes Szenario mit Komparsen, viel Theaterschminke und Kunstblut."Der absolute Hammer" „Das ist der absolute Hammer. So eine realistische Darstellung kriegt man sonst nirgendwo. Eine gute Praxis ist aber enorm wichtig, um bei einem echten Unfall schnell und gut handeln zu können“, sagt der chirurgische Assistenzarzt Philipp Mertens aus Münster. Seine Hände sind noch „blut“verschmiert. Der 29-Jährige ist einer von insgesamt 58 angehenden Notärzten, die in einem mehrtägigen Fortbildungsseminar gelernt haben, wie man sich in verschiedenen Notfallsituationen verhält.Großes Durcheinander Organisiert wurde der Lehrgang von der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken Münster und Bochum sowie dem Klinikum Dortmund, dem Rettungsdienst und der Feuerwehr. Ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen insgesamt. Die große Unfallübung am Samstag bildete den abschließenden Höhepunkt. Jetzt können die Teilnehmer zeigen, was sie in den theoretischen und praktischen Seminaren gelernt haben. Und das ist keine einfache Aufgabe, denn es herrscht großes Durcheinander.Insasse im Wagen eingeklemmt Es gibt zwei Schwerverletzte mit lebensbedrohlichen Kopfverletzungen. Ein Insasse ist im Wagen eingeklemmt. Mit schwerem Gerät muss die Feuerwehr das Dach abschneiden. Auch Kinder sind an dem simulierten Unfall beteiligt. Sie stehen unter Schock. „Ein einzelner Arzt ist bei so vielen Verletzten überfordert. Deshalb ist es wichtig, dass die Seminarteilnehmer lernen, wie man strukturiert vorgeht“, sagt Organisator Dr. Hans Lemke.Verletzungen beurteilen Die angehenden Notärzte mussten den Schweregrad der Verletzungen beurteilen, das Ausmaß des Chaos‘ sichten und dann die entsprechenden Maßnahmen treffen. Der Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Dortmund und der Unfallklinik des Klinikzentrums Nord ist mit der Übung sehr zufrieden: „Innerhalb von vierzig Minuten waren alle Patienten versorgt und auf die entsprechenden Krankenhäuser verteilt. Die Rettungskräfte haben gut gearbeitet.“Absoluter Stress Das sieht auch Philipp Mertens so. Nachdem alle Patienten gut versorgt sind, wirkt er erleichtert: „Das ist schon absoluter Stress. Aber das darf einen nicht kopflos machen.“ Der Aufwand sei keineswegs übertrieben, schließlich müsse man so etwas erlebt haben. Vorstellungskraft allein reicht als Vorbereitung auf derartige Ernstfälle nicht.

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