Angeklagter hat keine Erinnerung an Brandstiftung

18.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bis zur Katastrophe fehlte nicht viel. Am frühen Morgen des 22. März soll ein 34-jähriger Mann aus der Nordstadt Spiritus auf die Wohnungstür seines Nachbarn gegossen und angezündet haben. Seit gestern wird ihm vor dem Schwurgericht der Prozess gemacht. Vorwurf der Staatsanwaltschaft: versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung.

Das Feuer, das zum Glück nach kurzer Zeit gelöscht werden konnte, stellte offenbar den Höhepunkt eines monatelangen Konflikts zwischen dem Angeklagten und dem Mann, der eine Etage unter ihm wohnte, dar. "Wir haben uns mal gut verstanden", sagte der 34-Jährige gestern. Das sei zu der Zeit gewesen, als beide ihre Abende gerne mit reichlich Bier verbracht hätten. Zum Bruch sei es schließlich gekommen, weil sich der Nachbar nie an der Beschaffung neuer Vorräte habe beteiligen wollen. "Immer habe ich gezahlt, so konnte es nicht weitergehen", sagte der Mann.

An die Zeit vor dem beinahe verhängnisvollen 22. März kann sich der Angeklagte noch ausgezeichnet erinnern. Immer wieder habe er seinen einstigen Trink-Kumpanen aufgefordert, ihm 50 Euro für die zurück liegenden Bier-Abende zu geben. Wahlweise hätte der Nachbar ihm auch die Dienste einer Prostituierten zukommen lassen können: "Der kennt ja jede Menge Frauen."

Nachdem sein Kontrahent sich jedoch standhaft geweigert habe, sei er in der Nacht auf den 22. März zum "Radau" übergegangen. Er machte Terror mit einem Besenstiel am Fenster und einem Streifen Tesafilm auf der Klingel des Nachbarn. Und auch mit Spiritus und einem Feuerzeug? "Daran kann sich mein Mandant nicht erinnern", sagte Verteidiger Jens Jansen für den Angeklagten.

Besser funktioniert das Gedächtnis da schon bei einer zweiten angeklagten Tat vom November vergangenen Jahres. Damals soll der 34-Jährige bei Real an der Bornstraße eingebrochen und drei Notebooks gestohlen haben. Diesen Vorwurf gab er gestern zu. von

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