Der Zeuge stand mit Infomaterial im Dortmunder Hauptbahnhof, als der Angriff geschehen sein soll. © picture alliance / dpa

Angriffe im religiösen Wahn: Zeuge Jehovas fühlte sich bedroht

Im religiösen Wahn soll ein 33-jähriger Mann in Dortmund immer wieder Andersgläubige attackiert haben. Vor Gericht haben jetzt die Opfer das Wort.

Die Staatsanwaltschaft geht bereits jetzt davon aus, dass der Beschuldigte für die von ihm begangenen körperlichen Übergriffe nicht bestraft werden kann. Aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung gilt er als schuldunfähig.

Die Richter müssen in dem Prozess jedoch klären, ob der 33-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Dann könnten sie ihn unbefristet in eine geschlossene psychiatrische Klinik einweisen.

Für ein 55-jähriges Mitglied der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte gefährlich ist. Am Montag sagte der Mann als Zeuge vor dem Landgericht aus.

Attacken im Hauptbahnhof

Im Jahr 2019 war der Zeuge gleich zweimal auf den 33-Jährigen getroffen. In beiden Fällen hatte er sich mit Informationsmaterial in den Hauptbahnhof gestellt, um mit Passanten über seinen Glauben ins Gespräch zu kommen.

„Er ist an uns vorbeigegangen und hat mit seiner Handkante über meine Kehle gewischt“, erinnerte sich der 55-Jährige. „Ich habe das für eine heftige körperliche Attacke gehalten.“

Beim zweiten Aufeinandertreffen habe er sogar versucht, den Beschuldigten zur Rede zu stellen. Als dieser ihn jedoch „sehr bedrohlich“ angeschaut habe, habe er sich lieber wieder umgedreht, so der Zeuge.

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