Angst um Streuobstwiesen: Bäume sterben ab und werden liegengelassen

mlzBäume in Dortmund

Gleich mehrere Streuobstwiesen gibt es rund um den Kreyenbach. Doch einige Bäume machen den Anwohnern Sorgen. Die Stadt sieht allerdings ein ganz anderes Problem.

Deusen

, 24.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits im vergangenen Jahr waren die Streuobstwiesen rund um den Kreyenbach ein Thema. Reiner Schramowski, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Deusen, sorgte sich, dass die Bäume aufgrund eines falschen Pflegeschnitts absterben.

Obstgehölzpfleger Jochen Helle bestätigte die teils falsche oder fehlende Pflege der Bäume auf den Streuobstwiesen und entlang der Spazierwege. Er setzte allerdings große Hoffnungen in das neue Grünflächenamt.

Doch obwohl die Stadt noch im August 2019 Pflegeschnitte und die Entfernung abgestorbener Bäume sowie Ersatzpflanzungen ankündigte, sieht Reiner Schramowski keinen Fortschritt. Und das, obwohl er sich bereits selbst mehrfach mit dem neuen Grünflächenamt in Verbindung gesetzt habe.

Totholz bleibt zum Naturschutz auf der Wiese

„Die Bäume liegen seit Monaten einfach auf der Wiese und es tut sich nichts“, sagt Reiner Schramowski. Zumindest den versprochenen Pflegeschnitt habe es allerdings gegeben. Doch auch darüber schüttelt Reiner Schramowski den Kopf.

„Selbst an den abgestorbenen Bäumen hat man noch einen Gehölzschnitt durchgeführt.“ Lediglich alle Bäume entlang der Spazierwege seien aus Gründen der Verkehrssicherheit geschnitten worden, erklärt hingegen Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

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Auf den Streuobstwiesen seien bislang keine Bäume beschnitten worden, da sie vital seien und blühen. „Auf der kleinsten der drei Wiesenflächen ist im Winter im Randbereich ein Walnussbaum umgefallen“, bestätigt Löchter. „Dieser soll aus Gründen des Naturschutzes als Totholz auf der Fläche verbleiben.“

Totholz biete vielen Lebensgemeinschaften Raum und Nahrung. Ameisen nutzen beispielsweise morsche Bäume für ihre Brut. Wildbienen und Wespenarten seien ebenfalls auf Totholz angewiesen.

„Grünabfall ist das größte Problem“

Deshalb und weil die Bäume niemanden behindern, bleiben auch die drei abgestorbenen Bäume auf der mittelgroßen Wiese, die abtransportiert werden sollten, liegen. Allerdings nur vorübergehend.

Sobald das Umweltamt, das mit Arbeitsgelegenheiten arbeitet, die während der Corona-Pandemie nicht eingesetzt werden dürfen, wieder mehr Kräfte hat, sollen die Bäume entfernt und Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

Grünabfall sei ein weitaus größeres Problem als Totholz, so die Stadt Dortmund.

Grünabfall sei ein weitaus größeres Problem als Totholz, so die Stadt Dortmund. © Stadt Dortmund

„Viel mehr Sorgen bereitet dem Umweltamt die Ablagerung von Grünabfall in der Landschaft“, sagt Löchter. „Schnittgut aus dem Garten ist kein geeigneter Lebensraum für die heimischen Tiere und Pflanzen. Auch im Wald hat Grünschnitt nichts zu suchen.“

Die Verrottung habe Einfluss auf das Bodenleben und auf die Pflanzenvielfalt. So könne eine Lage Rasenschnitt wie Mulch wirken und jegliches Wachstum hemmen. „Das Umweltamt appelliert an die Bürger, den Grünschnitt aus Gärten auf den Betriebshöfen der Abfallbetriebe abzugeben.“

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