Anklage gegen filmenden Gynäkologen erhoben

58 Straftaten

Er filmte seiner Patientinnen auf dem Behandlungsstuhl, vor zwei Jahren legte ihm die Polizei das Handwerk - jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben: Es wird ernst für den früheren Gynäkologen, in dessen Praxis in der Dortmunder Innenstadt jede Menge belastendes Film- und Fotomaterial gefunden. Ihm droht eine Haft von bis zu fünf Jahren.

DORTMUND

, 17.06.2014, 19:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

  • Einmal geht es um 58 Taten im Zeitraum vom 6. Dezember 2010 bis 22. Dezember 2011. In diesen 58 Fällen soll er durch seine heimlichen Bild- und Videoaufnahmen den höchstpersönlichen Lebensbereich seiner Patientinnen verletzt haben, nach Paragraf 201a des Strafgesetzbuchs. Das Strafmaß hier: Bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe.
  • Tateinheitlich soll der Frauenarzt, der nicht mehr praktizieren darf, in 50 Fällen gegen den Paragrafen 174c verstoßen haben. Damit ist gemeint: Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses. Das Strafmaß dabei: Zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft. Dem letzten Tatvorwurf ging die Auswertung von Videos voraus und die Begutachtung des Filmmaterials durch einen gynäkologischen Sachverständigen.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt