Anschlag auf den BVB-Bus: Sergej W. bleibt in U-Haft

Beschluss des Oberlandesgerichts

Sergej W. bleibt in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Hamm hat wie erwartet dem Antrag des Dortmunder Landgerichts stattgegeben. Der mutmaßliche BVB-Attentäter muss sich ab dem 21. Dezember wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

DORTMUND

, 17.11.2017, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der BVB-Bus wurde am 11. April attackiert.

Der BVB-Bus wurde am 11. April attackiert. © picture alliance/Marcel Kusch

Der 28-Jährige wurde im April wenige Tage nach dem Anschlag festgenommen. Eigentlich hätte deshalb bis Ende Oktober die Gerichtsverhandlung beginnen müssen. Laut Gesetz dürfen nur in Ausnahmefällen mehr als sechs Monate zwischen dem Beginn der Untersuchungshaft und dem ersten Verhandlungstag liegen. Eine solche Ausnahme liegt aber im Fall des mutmaßlichen BVB-Bombers vor, sagt das Oberlandesgericht.

Der zuständige Senat bescheinigte der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht, das Verfahren mit der für Haftsachen gebotenen Beschleunigung bearbeitet zu haben. Das Verfahren sei nun einmal sehr umfangreich und betreffe außerdem den Bereich der Schwerstkriminalität, teilte das OLG mit.

Prozess gegen Sergej W. für Zuschauer und Medienvertreter zugänglich

Kurz nach der Abfahrt des BVB-Mannschaftsbusses zum Champions-League-Spiel gegen AS Monaco am 11. April soll Sergej W. am Teamhotel l’Arrivée drei Sprengkörper ferngezündet haben. Die Metallsplitter flogen mehrere Hundert Meter weit. Im Businneren wurde BVB-Abwehrspieler Marc Bartra am Arm verletzt. Ein Motorrad-Polizist erlitt ein Knalltrauma und war anschließend lange Zeit dienstunfähig.

Die Verhandlung gegen den Angeklagten findet im Gebäude des Landgerichts an der Kaiserstraße statt. Im größten Saal sind insgesamt 100 Sitzplätze für Zuschauer und Medienvertreter reserviert.

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