Wer am Montagnachmittag (14.12.) im Dortmunder Hornbach einkaufen wollte, musste sich gedulden. Die Schlange vor dem Eingang war lang. © Nick Kaspers
Corona-Lockdown

Ansturm auf Baumärkte – Die Kunden werden aggressiver

Vor vielen Dortmunder Baumärkten bildeten sich nach der Lockdown-Ankündigung lange Schlangen. Ein Filialleiter stellt fest: Die Ellenbogen-Mentalität nimmt zu.

„Das Ellebogendenken nimmt zu“, sagt Günter Lewandowski, Leiter der Tedox-Filiale in der Nordstadt. Seine Kunden seien seit ein paar Tagen deutlich aggressiver als zuvor, würden sich wegen Kleinigkeiten im Laden streiten. Sein Fall illustriert: Der Lockdown ab Mittwoch (16.12.) warf seine Schatten schon am Montag (14.12.)in den Dortmunder Baumärkten voraus.

Baumärkte stellten sich nach der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel am Sonntag (13.12.) einige Fragen: Bleibt der Weihnachtsbaum-Verkauf möglich? Dürfen Kunden reservierte Produkte abholen? Dürfen Personen oder Firmen mit Gewerbeschein weiter einkaufen? „Wir warten noch auf die Landesverordnung“, sagt Florian Preuß auf Anfrage unserer Redaktion. Er ist Pressesprecher der Baumarkt-Kette Hornbach, die auch in der Nordstadt eine Filiale besitzt. Am Montag blieben diese Fragen unbeantwortet.

Kaum Erfahrung aus dem ersten Lockdown

Während des Lockdowns im Frühjahr waren Baumärkte geöffnet. Ab Mittwoch müssen sie hingegen schließen. Preuß sagt: „Wir werden versuchen, alles möglich zu machen, das rechtlich erlaubt ist.“ Er denkt daran, Produkte an Kunden auszuliefern. Das habe Hornbach bereits im Frühjahr testweise gemacht.

Am Montag, dem vorletzten Tag vor der Schließung, war viel los in der Dortmunder Hornbach-Filiale. Die Schlange vor dem Eingang reichte am Nachmittag über große Teile des Parkplatzes. Die Abstände wurden größtenteils eingehalten. Trotzdem war eine angespannte Stimmung unter den Kunden zu spüren – ganz nach dem Motto: „Ich will eigentlich gar nicht einkaufen, muss aber noch die letzten Sachen holen, bevor der Laden schließt.“ Das sagte ein Mann in der Schlange auf Anfrage unseres Reporters.

Dass viele Menschen nochmal einkaufen, bevor die Baumärkte schließen, sieht Preuß. Er ist trotzdem nicht beunruhigt: „Einige Markt-Manager haben Sicherheitsdienst vor die Eingänge gestellt, um die Abstände zu kontrollieren.“ Mit einer Durchschnittsgröße von 11.700 Quadratmetern hätten die Hornbach-Filialen aber genug Platz, um viele Kunden zu verkraften.

Hoher Umsatz bei Hornbach in 2020

Geschäftlich sei der Verlust der letzten Woche vor Weihnachten zu verkraften. „Die Menschen haben seit März viel Material für ihre Wohnung und den Garten gekauft“, sagt Preuß. Hornbach rechne mit einem Umsatzwachstum von 14 bis 18 Prozent in 2020.

Finanzielle Sorgen macht sich Günter Lewandowski auch nicht. „Wir nehmen den Umsatz gerne mit“, sagt er. Trotzdem seien die vergangenen Arbeitstage – vor allem der Montag – anstrengend gewesen. Der Grund: „Die Kunden reagieren aggressiv auf Kleinigkeiten – und das seit Donnerstag.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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