Dieses Bild wird es bis mindestens Ende Januar nicht geben: Friseure dürfen ihre „körpernahen Dienstleistungen“ nicht anbieten. © dpa (Archiv)
Viele Anrufe

Ansturm auf Friseur-Termine in Dortmund für Zeit nach Lockdown

Friseur Frank Kulig ist täglich stundenlang mit Telefonaten beschäftigt - obwohl der Lockdown noch lange dauert. Er wünscht sich Sonderregeln für Kunden, die auf den Service angewiesen sind.

Mit der Verlängerung des Lockdowns ist auch beschlossen worden, dass die Friseure mindestens bis Ende Januar geschlossen bleiben. Das bedeutet, dass die Termine, die für Mitte des Monats bereits ausgemacht waren, verschoben werden müssen. Und die Nachfrage ist jetzt schon groß.

„Gestern hatte ich 19 verpasste Anrufe“, sagt Frank Kulig, Vorstand der Dortmunder Friseur-Innung, am Donnerstag (7.1.): „Das ist schon eine Menge, und es steigert sich.“

Etwa zwei Stunden lang sei er pro Tag nur mit Telefonaten beschäftigt. Aktuell geht er davon aus, seinen Salon an der Balkenstraße in der City am 1. Februar zu öffnen – obwohl er eigentlich montags geschlossen bliebe.

Drei Wochen vorher ist der erste Tag fast ausgebucht

„Für den ersten Tag sind wir bis auf zwei Termine schon komplett ausgebucht“, sagt er. Und die weiteren Termine der ersten Woche nach dem Lockdown werden wohl auch bald vergriffen sein. Dabei kann noch niemand sicher sein, ob die Läden zum Monatswechsel überhaupt wieder öffnen können.

Frank Kulig, Vorstand der Friseur-Innung, würde vor allem älteren Kunden gerne helfen, die sich nicht allein die Haare waschen können.
Frank Kulig, Vorstand der Friseur-Innung, würde vor allem älteren Kunden gerne helfen, die sich nicht allein die Haare waschen können. © Privat © Privat

Doch die Situation der Frisöre ist jetzt etwas anders als bei der ersten Schließung im Frühjahr 2020. Jetzt konnte man sich darauf vorbereiten – nach Ankündigung des Lockdowns waren Mitte Dezember noch ein paar Tage Zeit, um Kunden zu bedienen. „Bei vielen haben wir gefragt, ob wir ein bisschen kürzer schneiden sollen“, sagt Kulig.

Immer wieder würden sich vor allem ältere Kunden mit der Bitte melden, ob sie nicht doch schon bedient werden können. Das muss das Team natürlich ablehnen, alle „körpernahen Dienstleistungen“ sind verboten.

Frank Kulig betont, dass der Friseurbesuch bei vielen ein wichtiger Teil der regelmäßigen Hygiene ist. Denn viele Senioren können sich nicht allein die Haare waschen, etwa weil sie unsicher auf den Beinen sind oder sich nicht über die Badewanne beugen können.

Innungs-Vorstand wünscht sich Sonderregeln

„Es tut mir so leid, dass wir diesen Kunden nicht helfen können, die auf uns angewiesen sind“, sagt Kulig. Er wünscht sich, dass für diese Ausnahmefälle Sonderregeln geschaffen würden, sodass Ärzte Bescheinigungen zur Erlaubnis ausstellen könnten.

Die jüngeren Leute würden die sechs Wochen ohne Haarschnitt wohl gut überstehen – wenn es bei diesem Zeitraum bleibt. An gut besuchten Tagen habe Kuligs Salon normalerweise etwa 25 bis 30 Kunden. „Jetzt müssen wir für die ersten beiden Februar-Wochen mit 40 bis 50 rechnen.“ Das ist aber auch nicht durchweg positiv für die Friseure: Ende Februar fehlen diese überschüssigen Kunden dann wieder.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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