Antibakterielle Hand-Gels sind ein Verkaufsschlager

Schweinegrippe

DORTMUND Seitdem die Welle von Schweinegrippe-Infektionen rollt, sind antibakterielle Hand-Gels gefragter den je. In Apotheken und Drogerie-Märkten hat sich der Absatz solcher Gels, die das Händewaschen ersetzen sollen und in jede Handtasche passen, mehr als verdreifacht.

von Von Sybille Warnking

, 25.11.2009, 05:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verkaufsrenner, aber dermatologisch nicht unumstritten: Hand-Gels.

Verkaufsrenner, aber dermatologisch nicht unumstritten: Hand-Gels.

Dabei ersetzen die antibakteriellen Gele zwar das von den Experten zu Zeiten der Schweinegrippe-Welle vielfach gepredigte Händewaschen – umfangreichen Schutz vor der neuen Grippe können sie jedoch nicht bieten: „Es muss auch beachtet werden, dass ein Abstand von drei Metern ausreicht, um sich mit Viren anzustecken“, macht der Dermatologe Dr. Dirk Eichelberg deutlich. Gegen eine Tröpfcheninfektion sei auch ein antibakterielles Hand-Gel machtlos. Zudem können sie bei übermäßiger Anwendung schädlich für die Haut sein.   „Wenn man das Gel häufig benutzt, öffnet das geradezu die Pforten für Keime, da die Haut austrocknet“, erklärt der Dermatologe. Und: „Wer es nach jedem Hautkontakt, also 30 bis 40 Mal am Tag anwendet, hat nach wenigen Tagen eine Entzündung.“

Auch in Apotheken werden die vermeidlichen Viren-Wunderwaffen so gut verkauft wie noch nie zuvor: „Seitdem die Menschen täglich dafür sensibilisiert werden, dass die Schweinegrippe doch nicht so harmlos ist, verkaufen wir drei Mal so viele “, erklärt Michael Mantell, Vorsitzender des Dortmunder Apothekervereins.

Auch er warnt jedoch davor, ständig die Hände einzugelen. „Sechs bis sieben Anwendungen pro Tag sind angemessen“, erklärt Mantell. Damit die Gels nicht mehr schaden als dass sie nützen, sei es wichtig, die Haut nach der Anwendung mit Feuchtigkeit zu versorgen, pflichtet ihm der Dermatologe bei. Zum Beispiel mit Handpflegeschaums- oder Cremes. 

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