Anträge auf Besitz von Schusswaffen steigen deutlich

Kleiner Waffenschein

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln steigen auch in Dortmund die Anträge auf den sogenannten Kleinen Waffenschein. Die Polizei warnt jedoch vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl.

DORTMUND

von Lena Seiferlin, Felix Flaig

, 20.01.2016, 13:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Anträge auf einen Kleinen Waffenschein in Dortmund sind in 2016 bereits jetzt deutlich gestiegen.

Die Anträge auf einen Kleinen Waffenschein in Dortmund sind in 2016 bereits jetzt deutlich gestiegen.

Es ist gerade mal etwas über die Hälfte des Januars rum, da meldet die Dortmunder Polizei bereits einen erheblichen Anstieg der Anträge auf einen Kleinen Waffenschein. Der berechtigt Menschen über 18 dazu, Schreckschuss- sowie Gas- und Signalwaffen (PTB-Waffen) zu benutzen.

Im gesamten Jahr 2015 lag die Zahl dieser Anträge noch bei etwa 200, in 2016 wurden bis jetzt bereits mehr als 300 Anträge auf den Kleinen Waffenschein gestellt. Und die Polizei rechnet bis zum Monatsende sogar mit einem Anstieg auf 500 bis 600. 

Gefühl von Sicherheit trügt

Doch das Sicherheitsgefühl, das mit einer solchen Waffe einhergeht, ist oft trügerisch. Die Polizei warnt vor Eskalationen, etwa wenn Beamte im Einsatz die Gaswaffe nicht sofort als solche erkennen. Im Ernstfall könnte auch ein Angreifer die Situation falsch einschätzen und dann erst recht gefährlich werden. Zudem könnte die Waffe am Ende gegen Einen selbst verwendet werden.

Das Gleiche gilt auch für Pfefferspray oder Tränengas. Für diese Mittel zu Selbstverteidigung braucht es keinen Waffenschein. Jedenfalls, wenn es sich bei dem Pfefferspray um ein Mittel zur Abwehr von Tieren handelt. Doch erstens können auch diese Waffen im Falle eine Angriffssituation eskalieren lassen.

Zweitens dürfen sie nur im absoluten Notfall eingesetzt werden, das heißt, nur wenn im Falle einer Notwehr kein anderes Mittel verfügbar ist.

Auf öffentlichen Veranstaltungen sowieso verboten

Ohnehin sind PTB-Waffen wie auch Sprays auf öffentlichen Veranstaltungen wie Volksfesten, Demonstrationen oder Theateraufführungen verboten. Wer sich widersetzt muss mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.

Zudem, so betont die Polizei, gebe es keinen Anlass für eine Aufrüstung auf der Straße. Wichtiger sei, im Ernstfall durch lautes Rufen Zeugen auf sich aufmerksam zu machen und so im Idealfall den Angreifer zu vertreiben. Ein nützliches Hilfsmittel kann dabei ein Handalarmgerät sein, das mit 120 Dezibel Alarm schlagen kann.

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