Anwälte vergriffen sich an Mandantengeldern

Landgericht

DORTMUND Mietbetrug, Veruntreuung von Mandantengeldern und Unterschlagung von Akten: Ausgerechnet zwei ehemalige Rechtsanwälte aus Dortmund und Bochum müssen sich seit Montag vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

von Von Martina Schuck

, 05.10.2009, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Doch das Geld sei vom Kanzleikonto nicht weitergeleitet worden, so Oberstaatsanwalt Michael Temming. Bis heute warte der Geprellte auf 1200 Euro. Die gestern verlesene Anklageschrift umfasst mehrere weitere Fälle, in denen Gelder nicht ordnungsgemäß weitergeleitet worden sein sollen. Im Falle eines anderen Mandanten habe sich die Juristin bereit erklärt, eine Geldstrafe einzuzahlen, dies aber nicht getan. Die Folge: Das Gericht erließ einen Haftbefehl gegen den Mann, drohte ihm damit, die Geldstrafe ersatzweise im Gefängnis absitzen zu müssen. Nur durch Glück wurde der Haftbefehl nicht vollstreckt.

Weitere Vorwürfe gegen das Duo: Die Angeklagten sollen für einen Angestellten ihrer Kanzlei zeitweise keine Sozialabgaben gezahlt haben. Außerdem mieteten sie zuletzt ein neues Büro und zahlten offenbar weder Miete noch Kaution. Der Vermieterin soll so ein Schaden von 37 000 Euro entstanden sein. Die beiden Ex-Rechtsanwälte wollen selbst erst später zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Fakt ist aber schon jetzt: Sie haben beide ihre Zulassung an die Anwaltskammer zurückgegeben. Die 44-Jährige will jetzt einen zusätzlichen juristischen Abschluss an einer Fern-Uni machen. Ihr ehemaliger Kollege arbeitet derzeit als juristischer Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei.

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