Anwohner fühlen sich im Stich gelassen: Stadt Dortmund reagiert nicht auf „Falschparker“

mlzGrünflächen zugeparkt

Es ist die Ignoranz der Autofahrer, die Anwohner der Allerstraße auf die Palme bringt. Jetzt gießt die Stadt Dortmund mit einer eigenartigen Erklärung noch einmal Öl ins Feuer.

Aplerbeck

, 03.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem ist schon fast so alt wie die LWL-Klinik an der Marsbruchstraße. Vermutlich Mitarbeiter der Klinik, so die Aussage der Anwohner, parken ihre Fahrzeuge in den umliegenden Wohnstraßen und nehmen nicht einmal Rücksicht auf Grünflächen.

Jeder Zentimeter wird zugeparkt

Jeder Zentimeter, in die ein Fahrzeug passt, wird genutzt. Egal, ob die Rasenfläche darunter leidet oder nicht. Selbst vor Pflanzen, die Anwohner der Allerstraße schon auf die Grünflächen gepflanzt haben, machen die „Wildparker“ keinen Halt. „Darauf haben die Autofahrer überhaupt keine Rücksicht genommen und alles kaputtgefahren“, sagt Michaela Hermann, Mitglied in der Bürgerinitiative Allerstraße.

Die kämpft seit Jahren um eine neue Verkehrsregelung in ihrer Straße. Die Anwohner fühlen sich von der Stadt Dortmund allein gelassen, denn trotz zahlreicher Eingaben, hat sich in der Wohnstraße nichts getan.

So sieht es im Moment an der Allerstraße direkt neben der LWL-Klinik aus. Fahrzeuge parken die letzten Grünflächen zu.

So sieht es im Moment an der Allerstraße direkt neben der LWL-Klinik aus. Fahrzeuge parken die letzten Grünflächen zu. © Jörg Bauerfeld

Die Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Aplerbeck hat sich jetzt dieses Problems des Parkens auf den Grünflächen noch einmal angenommen. „Und wir bleiben da auch dran“, sagt Benjamin Beckmann (Grüne) bei einem Treffen mit den Anwohnern.

Beschluss der Bezirksvertretung Aplerbeck

Der Grund für den kleineren „Ortstermin“ ist eine Mitteilung der Stadt Dortmund, die sich mit den Ausführungen der Beschlüsse der Bezirksvertretung Aplerbeck befasst. Die hatte schon mal einstimmig beschlossen, die Grünstreifen am Rande der Allerstraße mit Felsbrocken zu schützen. Felsbrocken, die schon an diversen Stellen im Stadtgebiet von Mitarbeitern des Tiefbauamtes eingesetzt worden sind.

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Doch dies scheint nun nicht mehr gewollt zu sein, denn unter dem Punkt „Umsetzung Parkverbot an der Allerstraße“, steht ein „Erledigt“. Somit ist das Verlegen der großen Felsbrocken aus Sicht der Stadt Dortmund vom Tisch. Und die Begründung sorgt bei allen Beteiligten für Kopfschütteln.

Keine Felsen mehr zur Verkehrsregulierung

„So ist die Verletzungsgefahr an scharfkantigen, beweglichen Steinen / Felsbrocken, die fahrbahnbegleitend auf Rasenflächen ausgelegt werden, enorm hoch. Aus straßenbaulicher Sicht werden Felsen deshalb nicht zur Regulierung des Verkehrs eingesetzt“, ist da zu lesen.

Und das, obwohl genau an der besagten Allerstraße schon einige dieser enorm gefährlichen Steine liegen. An der Einmündung zur Marsbruchstraße sind hier einige der Grünflächen mit den „bösen“ Steinen vor Pkw geschützt.

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Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund (Abteilung 66) sieht jedoch an der Allerstraße keine Notwendigkeit, den Parkraum neu zu regulieren. „Falschparker können über das Ordnungsamt abgeschleppt werden“, ist in dem Statusbericht zu lesen.

Wie geht es nun weiter?

Für die Anwohner ist das ein „Schlag ins Gesicht“, sagt Jürgen Ginzel, ebenfalls engagiertes Mitglied in der Bürgerinitiative. Und es sei nicht nur die Ignoranz der Stadt Dortmund, was die Probleme der Anwohner angeht, sondern auch die Tatsache, wie man dort mit Beschlüssen der Bezirksvertretung Aplerbeck umgehe.

Aber wie geht es weiter? „Die Grünflächen müssen hier geschützt werden“, sagt Benjamin Beckmann (Grüne). „Auch mit solchen Steinen. Wenn man die Mitteilung der Stadt Dortmund ernst nehmen würde, müsste die Stadt Dortmund aufgrund der Verletzungsgefahr ja alle Steine wieder wegräumen.“

Das Thema wird auch in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck am Dienstag (10.3.) noch einmal auf den Tisch kommen. Was die Lokalpolitiker dann aber noch ändern wollen, ist fraglich. Beschlossen haben sie 2018 schon, Steine zum Schutz der Grünflächen an der Allerstraße zu platzieren.

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