Anwohner stören Bombenevakuierung: Das droht ihnen jetzt

mlzBlindgänger-Fund

In Dortmund wurde am Dienstag (27.10.) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt: 1000 Menschen wurden evakuiert - ein Haushalt weigerte sich. Werden Strafen fällig?

Scharnhorst

, 28.10.2020, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Gleiwitzstraße 200 ist am Dienstagnachmittag (27.10.) in Scharnhorst ein britischer 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Evakuierung der rund 1000 Anwohner erfolgte ab 19 Uhr - ein Haushalt weigerte sich, die Wohnung zu verlassen.

Verzögerungen: Ein Haushalt weigert sich, die Wohnung zu verlassen

Während sich die Anwohner der betroffenen Häuser in der Gesamtschule Scharnhorst einfanden, weigerte sich ein Haushalt strikt, die Wohnung zu verlassen, selbst nach Ansprache des Ordnungsamtes. Mit erheblicher Verspätung war die Bombe erst um 0.40 Uhr erfolgreich entschärft.

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In der Nachbarschaft trifft das unsolidarische Verhalten dieses Haushalts einen Tag später auf Unverständnis und Zorn: „War eine kurze Nacht. Wäre schneller gegangen, wenn sich dieser Vollpfosten nicht geweigert hätte, sein Haus zu verlassen“, schreibt ein User bei Facebook. Mit der Meinung ist er nicht allein.

„Warum gibt‘s immer mehr Bekloppte?

Um 1.30 Uhr war Mario Costa (60) wieder in seiner Wohnung an der Gleiwitzstraße 204 zurück. Er war bei einer Bekannten in Lünen unter gekommen, erzählt der Rentner am Mittwoch.

Mario Costa (60) wohnt in der Gleiwitzstraße. Er hat kein Verständnis für die Evakuierungsverweigerer.

Mario Costa (60) wohnt in der Gleiwitzstraße. Er hat kein Verständnis für die Evakuierungsverweigerer. © Irina Höfken

„Warum gibt‘s immer mehr Bekloppte?“, fragt er. Für das Verhalten der Evakuierungsverweigerer hat er kein Verständnis. Ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro müsste seiner Meinung nach mindestens fällig werden.

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Auch Anwohnerin Birgit Krause (57) hat kein Verständnis. Eine Strafe sollte ihrer Meinung nach aber nicht fällig werden: „Die Entscheidung sollte jeder für sich selbst treffen können. Allerdings kann dann niemand Ansprüche stellen, wenn jemand zu Schaden kommt.“

Das sieht Svenja Heidbrink ähnlich. Es müsse für Verweigerer ein entsprechendes Formular geben, sodass diese bei etwaigen persönlichen oder materiellen Schäden im Anschluss keine Ansprüche geltend machen können.

Das erwartet die Evakuierungsverweigerer aus Scharnhorst

Die Feuerwehr habe die Tür des betroffenen Haushalts öffnen müssen. Ein Schlüsseldienst habe diese anschließend wieder instand gesetzt, erklärt Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage dieser Redaktion.

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Die Kosten für den Einsatz werden dem Haushalt in Rechnung gestellt. Eine weitere Strafe in Form eines Bußgeldes etwa werde nicht fällig, so Löchter. Seiner Einschätzung nach seien die zu entrichtenden Kosten für den Einsatz Strafe genug. Für ein „juristisch sauberes Verfahren“ würden die Personen noch angehört werden, ergänzt der Stadtsprecher.

Über die Höhe der Kosten konnten weder die Stadt Dortmund noch die Feuerwehr zum jetzigen Zeitpunkt Auskunft geben. Die Feuerwehr werde Fahrzeugnutzung, Personal und Zeitaufwand in Rechnung stellen, sagt Feuerwehrsprecher Oliver Körner.

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In Dortmund wurde am Dienstag (27.10.) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. 1000 Menschen wurden evakuiert – erst deutlich nach Mitternacht wurde die Bombe entschärft. Von Peter Wulle, Wilco Ruhland, Andreas Schröter

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