Anwohner wünschen sich Augenmaß bei der Bebauung an der Sckellstraße

mlzNeubaupläne Sckellstraße

Seit Jahren gibt es das Vorhaben, auf den weitläufigen Parkflächen des ehemaligen Berufskollegs an der Sckellstraße ein neues Wohnquartier zu bauen. Aktuelle Pläne beunruhigen die Anwohner.

Südost-Stadt

, 13.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Peter Müller, Achim Lange und Sigrid Bents können sich nur zu gut daran erinnern, wie es war, als in der Sckellstraße noch Hunderte Berufsschüler untergebracht waren. Parkchaos und Verkehrsbehinderungen gehörten zum Alltag.

Seit dem Umzug des Robert-Schuman-Kollegs vom ehemaligen Goethe-Gymnasium in den Berufskolleg-Komplex am Dortmunder U herrscht wieder Ruhe im beschaulichen Wohnviertel direkt am Westfalenpark. Die Anwohner beobachten seitdem mit Wohlwollen, wie sich die Natur die zu großen Parkplätzen umgestalteten Freiflächen in Beschlag nimmt.

Verkauf steht seit Langem im Raum

Ganz ungetrübt ist die Erleichterung darüber aber nicht, denn seit Jahren steht der Verkauf des städtischen Areals im Raum. Und dann könnte es mit der Ruhe und Beschaulichkeit schnell wieder vorbei sein.

Geplant ist ein neues Wohnquartier mit 200 bis 250 Wohnungen in drei- bis viergeschossiger Bebauung, daneben eine Kita nebst öffentlichem Spielplatz. Gegen die Pläne wehrt sich die Anwohner in der Bürgerinitiative Innenstadt-Ost. „Wir haben nichts gegen eine Wohnbebauung, nur darf sie nicht so übermäßig sein“, sagt Peter Müller. „Das Verhältnis zwischen Grün und Bebauung würde dadurch aus dem Lot geraten.“

Anwohner wünschen sich Augenmaß bei der Bebauung an der Sckellstraße

Anwohner finden die Neubaupläne überdimensioniert. © Susanne Riese

Der Neubaukomplex sollte sich nach Meinung der Anwohner an der bestehenden maximal zweigeschossigen Bebauung orientieren. Sigrid Benz, die auf der Rückseite des 3,7 Hektar großen Geländes südlich der Sckellstraße wohnt, versteht nicht, warum eine derart dichte Ansiedlung mit „spucknapfgroßen Gärten“ im innerstädtischen Bereich geplant wird und dafür „ein Waldgebiet kaputt gemacht“ werden soll. Sie spricht von einer „Massensiedlung“.

„Wir wollen eine Bebauung, die zu uns passt“, sagt auch Achim Lange. Er bezeichnet es als „Irrsinn“, die Frischluftschneise zugunsten einer 12 bis 15 Meter hohen Bebauung aufzugeben. Insekten-, Vogel- und Kleintierschutz, Funktion als grüne Lunge, Baumerhalt, optische Aspekte - die Bürgerinitiative hat viele gute Gründe auf ihrer Seite. Am liebsten wäre allen, wenn die freien Flächen dem Westfalenpark zugeschlagen würden. Dann könnten sie endlich wieder ihre schöne Wohngegend genießen.

Bebauungsplan muss geändert werden

Dass es so kommt, ist allerdings denkbar unwahrscheinlich. Die Stadt will die Fläche gemeinsam mit dem Gebäudekomplex im ehemaligen Goethe-Gymnasium mit zwei zusätzlichen Ergänzungsbauten entwickeln. In dem denkmalgeschützten Gebäude aus den Jahren 1958 bis 62 will Vonovia Raum für generationsübergreifendes Wohnen schaffen. Neben verschiedenen Wohnungstypen soll dort auch betreutes Wohnen möglich sein.

Für die Neubaurojekte an der Sckellstraße muss der aus dem Jahr 1986 stammende Bebauungsplan geändert werden. „Die Beschlüsse für diese Änderungen wurden gefasst. Auch ein Qualifizierungs-, beziehungsweise Interessenbekundungsverfahren wurde durchgeführt“, teilt die Stadt mit. Die beiden Änderungsverfahren seien zurzeit in der gutachterlichen Bearbeitung. Sie sollten „zur Erstellung der Vorentwürfe und sollten nach Möglichkeit im nächsten Jahr abgeschlossen werden“.

Der fertige Entwurf für die Bebauungsplanänderung wird dann nach der Beratung in den politischen Gremien einen Monat lang ausliegen. Dann können die Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken kundtun.

Bis dann der gültige Bebauungsplan steht, kann es noch eine Weile dauern. Dazu muss der Rat der Stadt nach Beratungen mit der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost und dem Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen dem Ganzen zustimmen. So schnell werden die Sckellstraßen-Bewohner also nicht zur Ruhe kommen.

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