Anwohnerin sammelt Unterschriften für Postbank-Filiale

Saarlandstraße

Hilke Müller ist sauer auf die Postbank. Wie viele andere Bürger nutzt sie die Filiale in der Saarlandstraße, stand aber zuletzt immer öfter vor verschlossenen Türen. Aus Sorge, die Dependance solle ganz dicht gemacht werden, hat sie Unterschriftenlisten ausgelegt. Doch die Aktion kommt zu spät.

DORTMUND

, 20.07.2016, 05:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anwohnerin sammelt Unterschriften für Postbank-Filiale

Die Postbank-Filiale in der Saarlandstraße wird zum Jahresende geschlossen. Das ärgert die Kunden.

Seit Anfang des Jahres sei die Filiale völlig überraschend für die Bürger immer mal wieder geschlossen. „Mal war sie auf, dann wieder wochenlang zu“, kritisiert die Ärztin. „Es gab keine Information für die Bürger, keinen Aushang, nichts. Der Gang zur Postbank-Filiale war immer irgendwie ein Lotteriespiel.“

Claudia Schützenauer, die direkt gegenüber der Filiale wohnt, kann das bestätigen. Inzwischen seien die Öffnungszeiten auf „Teilzeit“ umgestellt: Montags, donnerstags und samstags sei sie nun von 9 bis 13 Uhr geöffnet; dienstags, mittwochs und freitags nur noch nachmittags von 14 bis 18 Uhr. „Die Menschen im Viertel resignieren“, sagt Claudia Schützenauer.

Mietvertrag gekündigt

Hilke Müller hat inzwischen Unterschriftenlisten in den Geschäften gegen die Schließung der Filiale ausgelegt. Ob sie etwas bewirkt hätten, ist offen. In jedem Fall kommt die Aktion zu spät: Die Postbank, eine Tochter der Deutschen Bank, hat den Mietvertrag für die Räumlichkeiten gekündigt und wird die Filiale Ende des Jahres schließen. Auf Anfrage bestätigte Postbank-Sprecher Ralf Palm: Die Filiale Saarlandstraße werde aus „wirtschaftlichen Gründen“ mit der Filiale in der Reinoldistraße zusammengelegt.

Wer Geldgeschäfte am Schalter erledigen will, muss dann ab Januar 2017 in die City. Selbst der Verbleib eines Geldautomaten und eines Kontodruckers („Multifunktionsgerät“) an der Saarlandstraße sei noch offen.

Birgitta Wenger-Klein, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Saarlandstraßenviertel, ist wenig amüsiert. „Das schwächt unsere Infrastruktur“, kritisiert sie. Sie sorge sich um die vielen älteren Anwohner im Viertel. „Sollen sie künftig extra zur Hauptpost in die Kurfürstenstraße oder in die City?“

Ein Lichtblick

Auch für die Gewerbetreibenden im Viertel werde vieles umständlicher, fürchtet Wenger-Klein. Einen Lichtblick zumindest gibt es: Die Postbank verabschiedet sich aus dem Viertel – die (gelbe) Post hingegen mit Angeboten wie der Brief- und Paketannahme will an der Saarlandstraße präsent bleiben. Wenn auch in einem kleineren Rahmen und nicht mehr unter der bisherigen Adresse Saarlandstraße 53 bis 67.

„Wir suchen eine Lösung, die es den Anwohnern ermöglicht, ihre Sendungen weiter wohnortnah aufzugeben“, sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer. Dazu führe man Gespräche mit ansässigen Einzelhändlern, die das Geschäft übernehmen könnten. Ernzer: „Wir möchten einen nahtlosen Übergang.“

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